Strom tanken an der Laterne: Volle Akkus unter Sternen

Purer Energiefluss für Elektromobilität: Straßenlaternen als Ladestationen.

Leuchten und Laden: Laterne als Energielieferant

Der Erfolg der Elektromobilität hängt ganz entscheidend von der Infrastruktur der Ladesäulen ab. Je dichter das Netz, desto weniger fällt die Reichweitenproblematik der Fahrzeuge ins Gewicht. In München geht man dafür neue Wege: Straßenlaternen werden so umgerüstet, dass man Elektrofahrzeuge daran anschließen und aufladen kann.

Den Anfang des Projekts „Light & Charge“ machen vier Laternen, die jetzt als Strom-Tankstellen benutzt werden können. Der Tankvorgang wird via Karte oder Smartphone gesteuert.

Die Aktivierung der Ladesäule an der Laterne erfolgt via Smartphone oder Karte.

Karte oder Smartphone: Eines von beiden wird benötigt, um die Ladesäule zu aktivieren.

Zuvor mussten die Laterne mit einem eigenen Stromanschluss ausgestattet werden, da in Münchner Laternen nur Strom fließt, wenn das Licht brennt. Nun jedoch werden E-Autos mit 100 Prozent Ökostrom geladen.

Gute Lade-Infrastruktur ohne großen Aufwand

Die bestehende Infrastruktur zu nutzen und zu erweitern, ist eine smarte Idee. Das ist in dicht besiedelten Großstädten deutlich effizienter, als zusätzlich Raum zu verbauen.

Verantwortlich für das Projekt sind die Stadt München, die Stadtwerke München, das Start-up eluminocity sowie die BMW Group. Der Autobauer forscht bereits gemeinsam mit Vattenfall im Projekt „Second Life Batteries“ daran, ausrangierten Akkus aus E-Autos eine Zweitverwertung zu ermöglichen.

Auch in Leipzig setzt man inzwischen auf Straßenlaternen als Energiespender: Dort wurden im Rahmen des Projekts „Schaufenster Elektromobilität“ ebenfalls vier Ladepunkte installiert.

Im Oktober 2016 gab es laut ChargeMap 5.626 Ladestationen mit 16.043 Anschlüssen in Deutschland.

Meist reicht das bestehende Beleuchtungsnetz nicht aus, um ein Schnellladen zu ermöglichen. Wer aber sein Auto beispielsweise über Nacht stehen lässt, kann am nächsten Morgen mit vollem Akku durchstarten.

Das eLIFE-Fazit: Auf vorhandene Infrastruktur im Stadtgebiet zu setzen, ist wirklich clever. Eine Laterne nachzurüsten, ist platzsparend und ermöglicht es, ein dichtes Netz an Ladepunkten zu installieren. Das wiederum ist eine Voraussetzung für den Erfolg von Elektromobilität.