Schwimmende Solaranlage: Ener­gie­gewin­nung auf dem Wasser

Vogelperspektive auf ein Modell der Solaranlage des Yamakura-Stausees.Blick von oben: Ein Modell der schwimmenden Solaranlage auf dem Yamakura-Stausee.

Die Solartechnologie hat sich in den letzten Jahren etabliert und ist zur Gewinnung erneuerbarer Energie akzeptiert. Auf Dächern, an Laternen, auf Rucksäcken, auf Bekleidung oder als Solarpark auf dem freien Feld: Solarmodule werden vielfältig eingesetzt.

In manchen Regionen der Welt fehlt es auf dem Land jedoch an Fläche, um mit der Sonne Energie im großen Maßstab zu gewinnen.

Größte schwimmende Solaranlage in Japan

Um das Platzproblem zu lösen, setzen inzwischen zahlreiche Länder auf schwimmende Solaranlagen. So auch Japan: Landfläche gibt es wenig, Wasser mehr als genug. Momentan entsteht dort die größte schwimmende Solaranlage auf der Welt.

Diese wird im Reservoir des Yamakura-Damms bei Tokio installiert und soll zukünftig rund 4.790 Haushalte mit Strom versorgen. Bis 2018 werden dafür etwa 51.000 Solarmodule verbaut. Zuvor wurden bereits drei Solarparks auf japanischen Seen installiert, deren Leistung jedoch sehr viel geringer ist.

Weltweiter Trend

Ob die Japaner diesen Rekord lange halten werden, ist jedoch fraglich. Auch andere Länder setzen auf die Technologie. Besonders ehrgeizig sind die Brasilianer: Auf dem Balbina-Stausee soll eine Mega-Solaranlage entstehen, die eine 25-fach höhere Leistung als der Solarpark in Japan haben soll.

Europas größte schwimmende Solaranlage findet man in Großbritannien, vor den Toren Londons, etwa 30 km vom Stadtzentrum entfernt. Weitere Anlagen entstehen in Indien, Australien oder den USA.

Innovationskraft im Bereich Solarenergie

Der Trend zeigt, dass die Entwicklung in Sachen Fotovoltaik noch nicht abgeschlossen ist. Leistungsstarke Solaranlagen auf dem Wasser helfen dabei, die Energiewende international zum Erfolg zu führen.

Aber auch im kleineren Maßstab gibt es immer wieder Innovationen. Beispiele dafür sind smartflower, ein Mini-Solarkraftwerk für den Vorgarten, oder SolaRoad, ein stromproduzierender Fahrradweg.

Darüber hinaus arbeiten Forscher schon längst an der nächsten Generation von Solarzellen. In Zukunft wird es möglich sein, dass Betonwände Strom produzieren, Fotovoltaikanlagen in Form von Lack auf Häuserfassaden angebracht werden oder flexible, hauchdünne Solarfolien von der Rolle kommen.

Der eLIFE-Ausblick: Schwimmende Solaranlagen sind nur ein Trend von vielen in der Fotovoltaik. In Zukunft wird sich Solartechnik noch tiefer in unserem Lebensumfeld verankern.