Auf der Radbahn Berlin Energie erzeugen

eLIFE: Die Radbahn soll Radlern viele Vorteile bieten, wie zum Beispiel Regenschutz und freie Bahn durch die Stadt.Regenschutz und freie Bahn: Die „Radbahn“ bietet Radlern viele Vorteile.

Europas Städte treten in die Pedale. Nachhaltige Mobilität ist der Trend in den Metropolen. Immer mehr Menschen leben im urbanen Umfeld – laut UN werden 2050 weltweit zwei Drittel der Bevölkerung in Städten leben. Die meisten von ihnen wollen zügig von einem Punkt an den anderen kommen – ohne dabei die Umwelt zu belasten. Das Rad ist dabei immer öfter die erste Wahl. Laut der Umweltbewusstseinsstudie kommen bereits jetzt in Berlin auf 1.000 Einwohner 721 Fahrräder sowie 324 Autos.

Bis man Fahrradstädte wie Amsterdam mit rund 880.000 Fahrrädern bei knapp 790.000 Einwohnern einholt, ist es noch ein ganzes Stück. Fakt ist jedoch, dass die Verkehrslage in der Großstadt eine echte Herausforderung für alle Beteiligten ist und auch die Energieressourcen immer knapper werden.

Die Radbahn Berlin: Nachhaltiges Minikraftwerk?

Wie bei jedem Trend ist Berlin auch hier wieder ganz vorne mit dabei. Die deutsche Hauptstadt bietet ihren Bewohnern schon jetzt viele nachhaltige und energiesparende Bewegungsmöglichkeiten, wie etwa das Carsharing, ein gut ausgebautes öffentliches Verkehrsnetz und viele Fahrradwege. Nun hat Berlin zusätzlich das neue Projekt „Radbahn“ ins Leben gerufen: einen überdachten Radweg, der die halbe Stadt miteinander verbindet. Und jene, die schon einmal in Berlin zu Besuch waren, wissen, dass diese Stadt sehr groß ist.

eLIFE: Die Radbahn soll ein sicherer und umweltfreundlicher Weg für Radler werden - von Charlottenburg bis in den Friedrichshain.

Sicher und umweltfreundlich: von Charlottenburg in den Friedrichshain mit dem Rad.

Seit gut 120 Jahren existiert das Hochbahn-Viadukt der U-Bahnlinie U1 in Berlin. Die bis dato größtenteils brachliegende Fläche soll als 8,9 Kilometer langer Radweg, also als „Radbahn“, die halbe Stadt miteinander verbinden. Vom Bahnhof Zoo bis zur Warschauer Straße könnte jeder auf dem sicheren Weg mit dem Rad fahren: ohne Stress, ohne Gefahr und immer auf der grünen Welle, wenn es nach den Vorstellungen der Projektverantwortlichen geht.

Wenn die Menschen zukünftig lieber mit dem Rad statt mit dem Auto durch die Stadt führen, würde bereits viel Energie gespart werden. Doch den Projektinitiatoren der Radbahn ist das nicht genug. Es soll nicht nur Energie gespart, sondern auch erzeugt werden. Druckempfindliche Bodenplatten sollen die Bewegung auf der „Radbahn“ in Energie umwandeln. Der gewonnene Strom soll für die Anlagen und das Licht entlang der Strecke genutzt werden.

Großbritanniens Vision: Rad fahren auf der Themse?

Auch Großbritanniens Hauptstadt steht vor der Herausforderung, für mehr Platz und zugleich Sicherheit im Verkehr zu sorgen, und springt auf den Trend auf. Ein visionärer Vorschlag: ab auf die Themse mit den Radfahrern. Englands Radler sollen nun eine Straße bekommen, die über das Wasser führt: den Thames Deckway.

Die zwölf Kilometer lange Strecke soll von Pontons an der Wasseroberfläche gehalten werden und genügend Platz bieten für Radfahrer und Fußgänger. Ob das Projekt umgesetzt wird, ist allerdings fraglich, da mit Kosten in Höhe von 600 Millionen Pfund gerechnet wird. Dennoch, die Denkrichtung stimmt: Für die Stadt von Morgen müssen die bisherigen Wege verlassen werden, um die Bewohner ins Rollen zu bringen.

Leuchtende Wege: Solarenergie von der Straße

Wie man einen Radweg in ein Kraftwerk verwandelt, hat das Mutterland der Radfahrer bereits vorgemacht – mit der „SolaRoad“. Die „SolaRoad“ bei Amsterdam ist bereits 100 Meter lang und mit Solarpanels ausgestattet. So sammelt die Road tagsüber Energie, mit der jährlich Strom für drei Häuser produziert werden kann.

eLIFE: In den Niederlanden sammelt ein Radweg Energie – der <a href=

Doch auch für die Nacht haben die Niederlande ein innovatives Konzepte parat: den solarbetriebenen „Van Gogh-Roosegaarde Bicycle Path“, also den Van-Gogh-Fahrradweg, in der Stadt Eindhoven. Die Landstraße leuchtet den Radlern in der Nacht auf kunstvolle Art und Weise den Weg. Sozusagen ein Lichtermeer aus gespeicherter Sonnenenergie.

eLIFE: Der van Gogh-Fahrradweg sammelt tagsüber Energie und leuchtet in der Nacht den Radlern den Heimweg.

Der Van-Gogh-Fahrradweg leuchtet den Radlern den Weg in der Nacht dank gespeicherter Sonnenenergie.