Kompost in der Küche?

Muttererde aus Abfall herstellen: Kompostieren soll jetzt noch einfacher werden.Muttererde aus Abfall herstellen: Kompostieren soll jetzt noch einfacher werden.

Kompostieren bedeutet das Zersetzen von organischen Abfällen. Es ist eine umweltschonende Möglichkeit, aus Abfällen Muttererde herzustellen. Auf dem Kompost zersetzen Mikroorganismen die organischen Stoffe. So entsteht ein Nährstoffkreislauf.

So funktioniert natürliche Kompostierung

Die natürliche Kompostierung hat bisher einen entscheidenden Nachteil: Für die private Nutzung ist eine geeignete Fläche im Freien nötig. Damit die Zersetzung der Abfälle gelingt, ist außerdem eine gewisse Feuchtigkeit Voraussetzung. Im Sommer muss der Kompost deshalb oft bewässert werden. Damit die Verrottung gleichmäßig abläuft, sollte der Inhalt des Komposts alle zwei bis drei Wochen umgeschichtet werden. So vermeiden Sie Fäulnisprozesse.

Der Kompost im Garten braucht einen windgeschützten und schattigen Platz.

Trotzdem ist vielen Menschen der Kompost des Nachbarn ein Dorn im Auge. Denn gerade an warmen Tagen kann er unangenehme Gerüche verursachen. Wirft man auch Fleischreste auf den Kompost, besteht die Gefahr, dass zum Beispiel Ratten angezogen werden. Und wer will die schon im eigenen Garten?

Wer also keinen Platz für einen herkömmlichen Kompost hat oder die Instandhaltung scheut, für den ist die Kompostierung von Küchenabfällen oder Rasenschnitt bisher nicht so einfach möglich.

Der neue Mini-Komposter für die Küche

Ein neues Produkt aus den USA soll das jetzt ändern: Innerhalb von nur 24 Stunden soll aus organischen Abfällen Dünger in Form von Muttererde hergestellt werden. Und das in der eigenen Küche!

Der elektrische Mini-Kompost mit dem Namen Zera Food Recycler gleicht vom Aussehen einem großen Mülleimer. Gerade einmal 86 Zentimeter hoch und 28 Zentimeter breit ist das Gerät. Über eine Klappe werden Essensreste eingefüllt. Im Gegensatz zum herkömmlichem Kompost dürfen auch Milchprodukte und Fleisch dazu.

Das Prinzip hinter dem Indoor-Komposter

Ist das Gerät komplett gefüllt, kann man die Kompostierung starten. Dafür wird ein Zusatzstoff eingefüllt, der die rasend schnelle Zersetzung erst möglich macht. Außerdem nutzt der Mini-Kompost Sauerstoff, Feuchtigkeit, Hitze und Bewegung, um den Prozess im Inneren in Gang zu setzen. Innerhalb von nur einem Tag gelingt so die Kompostierung der Abfälle, für die ein herkömmlicher Kompost normalerweise mehrere Monate braucht. Dabei entstehen weder schlechte Gerüche, noch besteht die Gefahr, dass Tiere angelockt werden.

So funktioniert der Mini-Kompost.

So funktioniert der Mini-Kompost.

Kompost über App steuern?

Das Gerät ist zudem interaktiv. Über eine App kann das Gerät gestartet und gestoppt werden. Wenn die Kompostierung abgeschlossen ist, bekommen Nutzer eine Benachrichtigung auf ihrem Smartphone angezeigt. Außerdem kann man live mitverfolgen, wie weit der Zersetzungsprozess schon fortgeschritten ist.

Geht man davon aus, dass der Recycler einmal pro Woche genutzt wird, verbraucht er jährlich etwa 300 kWh Energie. Das ist im Vergleich zu einem natürlichen Kompost, der ohne Strom arbeitet, nicht unerheblich.

Bei wöchentlicher Nutzung verursacht der Mini-Kompost circa 80 Euro zusätzliche Energiekosten im Jahr.

Wer den kleinen Kompost gerne in seiner eigenen Küche stehen hätte, muss circa 1.200 US-Dollar investieren. Außerdem fallen regelmäßige Kosten für die Pakete mit dem Zusatzstoff an, die ständig nachgekauft werden müssen.

Das eLIFE-Fazit: Wer seinen eigenen Kompost haben möchte, aber keinen Garten oder Platz im Freien dafür zur Verfügung hat, für den ist der Indoor-Mini-Komposter sicherlich eine Option. Allerdings kostet das Gerät etwa 1.200 US-Dollar und auch der jährliche Energieverbrauch ist nicht unerheblich. Der Mini-Kompost ist daher wohl eher eine schöne Spielerei. Wer aber wirklich nachhaltig kompostieren will, sollte auf die traditionelle Methode zurückgreifen. Die verbraucht keinen Strom und ist auch noch kostenlos.