Ist die Batterie der Zukunft aus Papier?

Löst die Batterie aus Papier schon bald die herkömmlichen Modelle ab?Löst die Batterie aus Papier schon bald die herkömmlichen Modelle ab?

Forscher der Binghamton Universität im US-Bundesstaat New York haben eine neue Art von Batterie entwickelt, die aus Papier hergestellt wird. Da sie so dünn ist, könnte sie zukünftig beispielsweise in der Mikroelektronik eingesetzt werden.

Ein Blatt Batterie? So funktioniert die Erfindung

Die neuartige Batterie besteht aus einem Blatt speziellem Filterpapier. Auf einer Seite ist das Papier mit einer dünnen Wachsschicht und einem Band aus Silbernitrat überzogen. Das Wachs dient dabei als negativer Pol der Batterie. Auf der anderen Seite des Papiers befindet sich eine Schicht aus leitfähigem Polymer. Polymere sind Stoffe, die aus Makromolekülen bestehen. Diese Seite ist der positive Batteriepol.

Hauchdünn und faltbar: Das ist die Batterie aus Papier.

Hauchdünn und faltbar: Das ist die Batterie aus Papier.

Um Energie abgeben zu können, muss die Batterie jetzt nur noch aktiviert werden. Dazu wird sie gefaltet und anschließend mit einer Flüssigkeit beträufelt. Darin enthalten ist eine bestimmte Sorte Bakterien. Durch die Zellatmung der Bakterien wird ein Stromfluss in der Batterie ausgelöst.

Das leistet die Batterie aus Papier

Die Papierbatterie erreicht eine maximale Stromstärke von 100 Mikroampere und eine Leistung von 45 Mikrowatt. Im Vergleich zu einem herkömmlichen Modell ist das nur sehr wenig.

Um eine Glühbirne zum Leuchten zu bringen, bräuchte man Millionen der Papierbatterien.

Deshalb soll die Batterie aus Papier vor allem genutzt werden, um Biosensoren mit geringem Energiebedarf mit Strom zu versorgen. Zum Beispiel könnte sie in Blutzucker-Messgeräten eingesetzt werden.

Die Batterie aus Papier könnte Messgeräte für Diabetiker mit Energie versorgen.

Ein großer Vorteil: Die Papierbatterie kann schnell und unkompliziert hergestellt werden. Außerdem entstehen nur sehr geringe Kosten. Denkbar ist daher auch der Einsatz in Gebieten, in denen bisher kein Stromnetz vorhanden ist.

Der eLIFE-Extra-Tipp: Ob die Batterie, die Sie zu Hause haben, noch Energie liefert, erfahren Sie mit unserem Batterietest. Damit stellen Sie ganz einfach ohne Messgerät fest, ob die Batterie noch voll oder schon leer ist.

Der eLIFE-Ausblick: Die Erfindung der amerikanischen Forscher ist bisher nicht in der Lage, herkömmliche Stromspeicher abzulösen. Doch auch, wenn die Batterie aus Papier bisher nur eine sehr geringe Leistung erbringt: Die Wissenschaftler aus den USA glauben an ihren Erfolg. Daher wird weiterhin daran geforscht, wie man die neuartige Batterie verbessern kann. Große Hoffnung setzen die Forscher vor allem in die Aktivierung durch die Bakterien. Eine Idee: In der Zukunft könnten die Papierbatterien beispielsweise mit Abwasser aktiviert werden.

Eine weitere Idee ist, dass wir selbst unsere Batterien für Elektrogeräte, wie zum Beispiel einen MP3-Player, aufladen können. Etwa indem wir Sport treiben. Mehr dazu lesen Sie in dem Artikel Tattoo Biobatterie: Elektrischer Strom durch Schwitzen.