6 Reisetipps zu erneuerbaren Energien

Reisetipps zu erneuerbaren Energien: Wie wäre es dieses Jahr mit einem Trip in die heimische Energiezukunft?Wie wäre es dieses Jahr mit einem Trip in die heimische Energiezukunft?

Ob eine schwimmende Ausstellung, ein energieautarkes Klimahaus, solarbetriebene Ausflugsschiffe oder ein Hotelzimmer über den Dächern der Stadt: Das ist längst nicht mehr Science-Fiction. Unsere Reisetipps zu erneuerbaren Energien nehmen Sie mit auf eine Reise zu diesen energetischen Attraktionen.

Unsere Reisetipps zu erneuerbaren Energien

1. Hamburg: Energieautark leben auf dem Wasser

Wenn Sie schon in Hamburg sind, können Sie auch gleich noch einen Abstecher auf das schwimmende IBA Dock machen. Dort ist die Ausstellung „Die Stadt im Klimawandel. Leben und Wohnen auf dem Wasser“ zu sehen. Das Dock selbst dient als Ausstellungbeispiel, denn es beherbergt gleichzeitig Büroräume der IBA und ein Café für die Besucherinnen und Besucher.

Auch das Energiekonzept setzt Maßstäbe: Zusätzlich zu 25 Zentimeter stark gedämmten Außenwänden nutzt das IBA DOCK das Wasser der Elbe und die Sonne zur Energiegewinnung. Eine Sole/Wasser-Wärmepumpe beheizt das Gebäude. Die dafür benötigte Umweltwärme wird über einen im Boden des Betonpontons integrierten Wärmetauscher der Elbe entnommen und von Solarthermie-Kollektoren geliefert. Den Strombedarf der Wärmepumpe deckt eine Photovoltaikanlage auf dem IBA DOCK.

Adresse: Hamburg-Mitte, Am Zollhafen 12, 20539 Hamburg

2. Klimahaus Bremerhaven

Das Klimahaus in den Havenwelten Bremerhaven wurde 2009 eröffnet und ist mittlerweile ein Besuchermagnet. Mehr als eine Million Menschen haben die Wissens- und Erlebniswelt bereits besucht. Alle Klimazonen der Erde können im Klimahaus durchwandert werden: vom Regenwald Kameruns bis hin zur Antarktis.  Das Erlebnismuseum vermittelt auf spielerische Art und Weise wissenschaftlich fundierte Daten, Fakten und Phänomene zu Klima und Klimaschutz.

Das Klimahaus selbst kombiniert modernste Umwelttechnik: Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung, Erdwärmenutzung und eine ausgeklügelte Belüftung sorgen dafür, dass der Betrieb des Klimahauses nicht noch zusätzlich die Umwelt und unser Klima belastet. Im Eingangsbereich ist eine große transparente Solarstromanlage in die Architektur des Hauses integriert.

Adresse: Klimahaus Bremerhaven, Am Längengrad 8, Bremerhaven

3. Berlin: Nächster Halt Solarbahnhof

Das nächste Ausflugsziel ist der Berliner Hauptbahnhof. Nicht nur, dass er ein architektonisches Meisterwerk ist, auch beim Thema erneuerbare Energien ist er zukunftsweisend: Auf der insgesamt 1.700 Quadratmeter großen Dachfläche sind 780 Solarmodule mit 78.000 Zellen verbaut.

Da die Halle in einer Kurve liegt, hat jedes Solarmodul eine andere Größe. Insgesamt liefert die Anlage jährlich bis zu 160.000 Kilowattstunden sauberen Strom – und deckt damit etwa zwei Prozent des Verbrauchs des Hauptbahnhofs. Der gesamte Stromverbrauch des Berliner Hauptbahnhofs entspricht etwa dem von 2.500 Haushalten jährlich (Quelle: Frankfurter Rundschau). Das bedeutet: Alleine mit dem Solardach könnten etwa 50 Haushalte ein Jahr lang mit Strom versorgt werden.

Reisetipps zu erneuerbaren Energien: Das Solardach deckt etwa zwei Prozent des Stromverbrauchs des Hauptbahnhofs Berlin.

Das Solardach deckt etwa zwei Prozent des Stromverbrauchs des Hauptbahnhofs Berlin.

4. Gelsenkirchen: Von der Kohle zur Sonne

Das Ruhrgebiet – wo früher malocht wurde, entstehen heute viele Orte, an denen sich Kultur und Wissenschaft frei entfalten. Auf dem Gelände einer ehemaligen Zeche in Gelsenkirchen wurde im Laufe der letzten Jahre ein Zentrum für Wissenschaft und Forschung geschaffen.

In dem 300 Meter langen Anbau mit beeindruckender Glasfront können Sie sich über das Zukunftsthema Energie schlau machen, zum Beispiel bei Führungen über die „Solarstadt Gelsenkirchen – von der Kohle zur Sonne“.

Das Highlight: Auf dem Dach thront eine rund 1.200 Quadratmeter große Solarzellenfläche, eines der größten Solarstromkraftwerke der Welt, das in einem Ballungsraum errichtet wurde. Pro Jahr gewinnt die Anlage 150.000 Kilowattstunden Strom. Ein Beweis dafür, dass es auch in unseren Breitengraden möglich ist, im großen Stil Solarenergie zu produzieren.

Adresse: Munscheidstraße 14, 45886 Gelsenkirchen

Reisetipps zu erneuerbaren Energien: Der Wissenschaftspark Gelsenkirchen erzeugt jedes Jahr 150.000 kWh Solarstrom.

Der Wissenschaftspark Gelsenkirchen erzeugt jedes Jahr 150.000 kWh Solarstrom.

5. Heidelberg: Solarschiff entlang der Altstadt

Etwas weiter südlich können Sie nur mit der Kraft der Sonne nahezu geräuschlos und abgasfrei über das Wasser gleiten und den Ausblick auf die Heidelberger Altstadt genießen. Das Solarschiff Neckarsonne wird durch Elektromotoren mit insgesamt 25 Kilowatt Leistung angetrieben.

Die Energie dafür wird aus 75 Solarpanelen bezogen. Bei voller Fahrt sind Spitzengeschwindigkeiten von 14 Kilometern pro Stunde möglich, das sind knapp acht Knoten. Das 37 Meter lange Schiff bietet Platz für 250 Personen. Das macht den Solardampfer zum größten und modernsten Edelstahl-Solarkatamaran der Welt. Während der 50-minütigen Schifffahrt erfahren Sie nicht nur alles Wissenswerte über die Stadt, sondern auch über die umweltfreundliche Technik des Sonnenschiffs.

Adresse: Spechtstraße 16, 74924 Neckarbischofsheim

6. Bodensee: Mit Solar in den Sonnenuntergang

Auf dem sogenannten Untersee des Bodensees verkehren derzeit bereits zwei Solarschiffe. Das Schiff Helio bietet Platz für 48, die Mettnausonne für elf Personen. Überfahrten oder Rundfahrten sind auf dem gesamten Untersee von Konstanz bis Stein am Rhein möglich. Es können alle Häfen auf deutscher oder Schweizer Seite angefahren werden. Ganz besonders schön sind die Sonnenuntergangsfahrten auf der Helio, die an der Halbinsel Mettnau abfährt.

Adresse: Der Heimathafen der Helio, Radolfzell am Bodensee

Fritz-Reichle-Ring 6, 78315 Radolfzell

Reisetipps zu erneuerbaren Energien: Sonnenuntergang auf dem Solarschiff Helio auf dem Bodensee

Sonnenuntergang auf dem Solarschiff Helio auf dem Bodensee

Der eLIFE-Extra-Tipp: Energie über den Dächern

Bei der Bebauung der Innenstädte spielen die Dächer eine immer wichtigere Rolle. Zum einen wegen des Platzmangels, zum anderen auch wegen der Infrastruktur. Das Loftcube des Berliner Designers Werner Aisslinger soll in Zukunft Abhilfe schaffen. Alles zu dem energieautarken Wohnaufsatz lesen Sie hier.

Wenn Sie einmal eine Nacht im Loftcube verbringen möchten, müssen Sie derzeit noch nach Graz reisen. Dort steht der schicke Kubus auf dem Hotel Daniel. Eine Nacht im Minihaus gibt es ab 340 Euro.

Adresse: Hotel Daniel am Europaplatz 1, 8020 Graz, Österreich

Reisetipps zu erneuerbaren Energien: Nächtigen über den Dächern von Graz: Das Loftcube auf dem Hotel Daniel

Nächtigen über den Dächern von Graz: Das Loftcube auf dem Hotel Daniel

Das eLIFE-Fazit: Reisetipps zu erneuerbaren Energien sind inzwischen überall in Deutschland zu entdecken. Unsere Anregungen zeigen, wie spannend, informativ oder erholsam das sein kann.