Lohnen sich Mini-Solaranlagen?

Sonnenenergie vom Balkon: Funktioniert das wirklich?Sonnenenergie vom Balkon: Funktioniert das wirklich?

Seinen eigenen umweltfreundlichen Strom durch Sonnenenergie zu erzeugen, ist der Traum vieler Verbraucher. Bisher war es allerdings nur Eigenheimbesitzern vergönnt, mit Solarmodulen auf dem Dach Strom herzustellen. Seit Kurzem gibt es nun Mini-Solaranlagen für den Balkon oder die Terrasse. Damit sollen auch Mieter in der Lage sein, hausgemachten Solarstrom zu nutzen. Wie das funktioniert und welche Risiken es gibt, hat eLIFE für Sie zusammengefasst.

Mini-Solaranlage: So funktioniert das kleine Kraftwerk

Die kleinsten Solarkraftwerke bestehen aus nur einem Modul mit etwa 72 Solarzellen. So ein Panel ist circa 160 Zentimeter hoch und 80 Zentimeter breit und wiegt meist weniger als 20 Kilogramm. Die Anlagen können ganz einfach mit einer herkömmlichen Steckdose verbunden werden. So fließt die erzeugte Energie in den Stromkreislauf im Haus. Allerdings ist noch ein sogenannter Wechselrichter nötig, der den erzeugten Gleichstrom in haushaltsüblichen Wechselstrom umwandelt.

Wie viel Strom erzeugen die Anlagen wirklich?

Wie viel Strom Sie mit einer Mini-Solaranlage tatsächlich produzieren, hängt natürlich auch von der Lage Ihres Balkons beziehungsweise Ihrer Terrasse ab. Denn hier scheint oft weniger Sonne als zum Beispiel auf einem Hausdach. Eine kleine Anlage mit einem Solarmodul kann bei durchschnittlicher Sonneneinstrahlung jährlich rund 180 bis 200 Kilowattstunden Strom erzeugen.

Der Strom aus der Mini-Solaranlage reicht im Jahr für circa 180 Waschmaschinengänge bei 60 Grad.

Bei einem Strompreis von 26 Cent pro Kilowattstunde sparen Sie so pro Jahr knapp 50 Euro. Ab wann lohnt sich also der Einsatz einer eigenen Photovoltaikanlage? Bei durchschnittlichen Anschaffungskosten von circa 400 bis 500 Euro würde es etwa acht bis zehn Jahre dauern, bis sich das Mini-Kraftwerk amortisiert. Diese Werte können natürlich schwanken und hängen stark von Ihrer persönlichen Situation ab. Denn haben Sie einen eher schattigen Balkon, mindert dies die Wirtschaftlichkeit der Solaranlage enorm.

Die Mini-Solaranlagen liefern hausgemachte Energie.

Die Mini-Solaranlagen liefern hausgemachte Energie.

Gibt es ein Sicherheitsrisiko?

Die kleinen Solaranlagen stehen im Verdacht, Leitungsbrände zu verursachen. Der Grund: Angeblich sind die Sicherungen im Privathaushalt nicht immer in der Lage, den eingespeisten Strom richtig zu verarbeiten. Daher kann es sein, dass die Anlagen den Stromkreis überlasten. Ob wirklich die Gefahr eines Leitungsbrands besteht, darüber streiten sich aber die Experten.

Fakt ist: Es gibt derzeit noch keine klaren Sicherheitsvorschriften und Zertifizierungen für die Mini-Solaranlagen. Wer wirklich sicher sein will, sollte sich daher bei der Einrichtung des Mini-Solarkraftwerks von einem professionellen Installateur unterstützen lassen.

Das eLIFE-Fazit: Die Mini-Solaranlagen für Balkon und Terrasse stehen noch am Anfang ihrer Entwicklung. Im Moment sind die Erträge relativ gering, sodass sich die Anschaffung der Solarmodule erst nach mehreren Jahren überhaupt rechnet. Die kleinen Anlagen sind noch weit davon entfernt, den Strom für den Haushalt gänzlich mit Solarenergie erzeugen zu können.