Heizungsmarkt analysiert: Wer heizt wie in Deutschland?

Erdgas sorgt für kuschlige emissionsarme Wärme in jeder Stube.Drinnen kuschelig warm: Mit Erdgas geschieht das auch emissionsarm.

Deutscher Heizungsmarkt: Viele Energieträger, ein Favorit

Laut Umweltbundesamt* werden in Deutschland über zwei Drittel des Endenergieverbrauchs zum Heizen der Zimmer genutzt sowie weitere 17 Prozent für Warmwasser.

Somit beeinflusst die Wärmeerzeugung auf dem Heizungsmarkt direkt den Erfolg der Energiewende. Das heißt, je effizienter und umweltschonender die Wärmeerzeugung vonstattengeht, desto stärker ist der Beitrag zum Wandel in der Energieversorgung Deutschlands.

608 Terawattstunden beträgt der Endenergieverbrauch in deutschen Haushalten. Knapp über 80 Prozent davon werden für warme Zimmer und Warmwasser verwendet.

Für eine solide Datenbasis sorgt der Bund Deutscher Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW)*. Mit einer aktuellen Studie zeigt er, wo in Deutschland wie geheizt wird. Darin zeigen sich übrigens zum Teil deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern. Außerdem gibt es einen Favoriten bei den Energieträgern: Erdgas.

Erdgas wird in 47,8 Prozent der Wohnungen genutzt, Heizöl in 26,8 Prozent, Fernwärme in 13,5 Prozent.

Der emissionsärmste fossile Energieträger bietet eine Reihe von Vorteilen. Diese kommen insbesondere bei der Wärmeerzeugung zum Tragen. Ob bei einer Etagenheizung oder einer Zentralheizung.

In Wohngebäuden (Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäuser) hat Erdgas einen Anteil von 47,7 Prozent, Heizöl von 38,9 Prozent und Fernwärme von 5,2 Prozent.

Deutscher Heizungsmarkt zeigt regionale Unterschiede

Im Vergleich der Bundesländer wird auf dem Heizungsmarkt ein Nord-Süd-Unterschied deutlich. In den ländlichen und zum Teil sehr bergigen Regionen des Südens dominiert nach wie vor die Öl-Zentralheizung.

Regionale Unterschiede bei den Heizungsarten - der Süden setzt auf Öl-Zentralheizungen, der Norden auf Erdgas-Heizungen.

Deutscher Heizungsmarkt: Nord-Süd-Gefälle bei den Heizungsarten.

  • Der Norden ist mit leitungsgebundenen Heizungssystemen deutlich besser ausgestattet. Erdgas ist hier der dominierende Energieträger – besonders in Städten.
  • In Stadtstaaten im Norden und Osten Deutschlands wird zudem viel mit Fernwärme geheizt. In Berlin beispielsweise sind es 15,3 Prozent aller Wohngebäude. Auch in den ostdeutschen Bundesländern ist Fernwärme stark vertreten.
  • In den westlichen Bundesländern erreichen das Saarland, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen signifikante Werte bei der Fernwärmenutzung.
  • Niedersachsen fördert aktiv Erdgas. Deshalb verfügt es über ein dichtes Erdgasnetz. 64,4 Prozent der Wohngebäude werden hier über eine Erdgas-Zentral- oder -Etagenheizung beheizt.
  • In Bayern, Hessen und Baden-Württemberg dominiert jedoch die Öl-Zentralheizung. Ihre Anteile liegen jeweils bei etwa 40 Prozent.
  • Mit Erdgas betriebene Etagenheizungen sind vor allem in Bremen mit 20,9 Prozent und in Berlin mit 10,7 Prozent zu finden.

Wechsel der Energieträger: Öl war gestern, Erdgas ist die Zukunft

Damit die Wärmeerzeugung im privaten Haushalt, insbesondere die Raumwärme, ihren Beitrag zur Energiewende leisten kann, muss vor allem modernisiert werden. Viele Anlagen haben ihren Zenit bereits überschritten. Diese müssten infolgedessen durch energieeffizientere und ressourcenschonendere Modelle ersetzt werden.

Jede dritte Heizungsanlage in Wohnungen ist älter als 20 Jahre und damit veraltet.

Jedoch nicht nur die Anlagentechnik benötigt einen Wechsel. Da Erdgas im Vergleich zu Öl deutlich umweltschonender ist, sollte auch über einen neuen Energieträger nachgedacht werden.

Zentralheizungen liefern zuverlässig Wärme und bieten zudem eine einfach Bedienung.

Zentralheizung: zuverlässige Wärme, einfache Bedienung.

Aus alt mach neu: Erdgas löst Öl als Energieträger ab

Positive Entwicklung: Bei knapp 80 Prozent der bereits modernisierten Heizungsanlagen wurde zuvor mit Öl als Energieträger und nun mit Erdgas gearbeitet. Damit nicht genug: Bei 2,5 Millionen Wohngebäuden, die noch mit Öl heizen, kann mit nur wenig Aufwand der Anschluss fürs Erdgasnetz gelegt werden.

In Deutschland sorgen Zentralheizungen in 78,4 Prozent der Wohngebäude und in 70,4 Prozent der Wohnungen für Wärme.

Die Leitungen sind in der Regel bereits vorhanden. Lediglich das Haus oder die Wohnung müssen angeschlossen werden. Die Fernwärme bietet zudem ein noch nicht ausgeschöpftes Potenzial von 240.000 Wohngebäuden.

Circa 50 Millionen Tonnen CO2 könnten eingespart werden, wenn alle Öl-Zentralheizungen gegen ein von Energieversorgern beliefertes Heizungssystem ausgetauscht würden.

Wie auch Sie zu einem Erdgas-Anschluss kommen und welche Vorteile sich Ihnen bieten, lesen Sie hier.

68 Prozent aller Nutzer von Erdgas-Zentralheizungen sind mit ihrem Heizungssystem zufrieden und zum Großteil sehr zufrieden.

Erdgas spielt wichtige Rolle bei der Energiewende

Neben der Versorgung von Privathaushalten auf dem Heizungsmarkt hat der Energieträger das Potenzial, den erneuerbaren Energien zum Erfolg zu verhelfen.

Heizungsmarkt Deutschland: Erdgasleitungen könnten im Rahmen der Energiewende überschüssige Energie in Form von synthetischen Gas speichern.

Erdgasleitungen könnten überschüssige erneuerbare Energien als synthetisches Gas speichern.

Auch das Erdgasnetz kann dabei wichtige Aufgaben übernehmen. Dazu zählt beispielsweise die Aufnahme und langfristige Speicherung synthetischen Gases aus überschüssiger Solar- und Windenergie. Zudem gilt es die Versorgung von inzwischen über 900 Erdgas-Tankstellen zu gewährleisten.

Das eLIFE-Fazit: Erdgas ist der wichtigste Energieträger zur Wärmeerzeugung in Deutschland. Zugleich leistet es  gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Energiewende.

* Quellen: Bundesumweltamt; BDEW, Studie „Wie heizt Deutschland?“ 2015