Wärmeschutzverglasung: neue Fenster senken Kosten

Wärmeschutzverglasung: Moderne Wärmeschutzfenster senken Ihre Energiekosten.Zweieinhalb Millionen Deutsche wollten 2014 ihre Fenster sanieren oder modernisieren.

Machen Sie den Glas-Check

Sie wohnen in einem Altbau und durch die Ritzen am Fenster pfeift kalter Wind? Dann haben Sie wahrscheinlich noch alte Glasfenster, die in schmalen Rahmen und Sprossen stecken. Weitere Indizien dafür, dass Sie Ihre Fenster austauschen sollten, sind diese:

  • Wenn es draußen kalt ist, haben auch Ihre Fensterscheiben Minusgrade.
  • Sie haben im Winter Eisblumen an den Scheiben.
  • Es bildet sich Kondenswasser an der Innenscheibe oder zwischen den Scheiben.
  • Ihre Scheiben beschlagen oft.
  • Die Farbe des Rahmens blättert ab.

Unser Fenster-Test:

Halten Sie eine brennende Kerze an das Fenster. Durch die Zugluft bewegt sich die Flamme, und Sie sehen, ob und wo Ihre Fenster undicht sind.

Falls mehrere dieser Mängel bei Ihren Fenstern auftreten, kann es zwei Ursachen dafür geben. Entweder ist die Glasfläche schlecht isoliert oder die Fensterritzen sind undicht.

Darum verursachen alte Fenster hohe Heizkosten

Bei einglasigen Scheiben- und Doppelfenstern, die bis Ende der 1960er-Jahre verbaut wurden, entweicht bis zu 70 Prozent mehr Wärme als durch moderne Fenster. Das belegen Thermobildkameras: Die knallroten Stellen sind die Kältequellen.

Wärmeverlust an Fenstern: Infrarotkameras zeigen, wo warme Luft entweicht. Wärmeschutzverglasung schafft Abhilfe.

Infrarotkameras zeigen, wo warme Luft entweicht.

Ähnlich ist es bei doppeltverglasten oder thermoverglasten Fenstern, die bereits in den 1950er-Jahren verbaut wurden. Erst ab Mitte der 1970er-Jahre dominierten Isolierglasfenster den Markt. Ab 1995 setzte sich beschichtetes Wärmedämmglas durch. Das sind Isoliergläser, die mit einer unsichtbaren, reflektierenden Metallschicht versehen sind. Dadurch werden die Wärmestrahlen zurück in den Raum reflektiert. Aktuelle Modelle haben eine rund dreifach verbesserte Wärmeschutzwirkung als die 2-Scheiben-Isolierverglasungen. Der Trick: Moderne 2- oder 3-Scheiben-Fenster sind im Zwischenraum der Scheiben anstelle von Luft mit Edelgasen befüllt.

 

Vier Tipps gegen den Energieverlust

Sie können schlecht gedämmte Fenster auch mit einfachen Mitteln nachrüsten. Hier vier Möglichkeiten, die im Vergleich zum Komplettaustausch schnell und relativ kostengünstig sind:

1. Gummidichtungen

Wenn es durch den Fensterrahmen zieht, können Sie mit selbstklebendem Dichtungsband aus Schaumstoff Abhilfe schaffen. Das Band kostet wenig, ist leicht anzubringen und hält im Schnitt zwei Jahre.

2. Isolierfolie

Die Folie wird nicht auf die Scheibe geklebt, sondern über den Rahmen gespannt. So wirkt sie wie eine Doppelverglasung. Die Vorteile: günstig, einfach zu montieren und fast unsichtbar.

3. Thermovorhänge und Zugluftstopper

Die einfachste Dämmvariante ist ein Thermovorhang aus Filz. So sparen Sie Energie mit einem nachhaltigen Naturprodukt. Der Filzstoff aus Wolle ist ökologisch, gesund, effektiv und leicht anzubringen.

4. Neue Scheiben

Aufwendiger ist es, die Verglasung auszutauschen. Doch immer noch kostengünstiger als neue Fenster. Ob diese Lösung für Sie infrage kommt, hängt vom Fensterrahmen ab. Ist er breit genug, um eine dickere Wärmeschutzverglasung aufzunehmen? Fragen Sie am besten einen Fachmann.

Kostenloser Energie-Check:

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt bietet einen kostenlosen Energie-Check für Bauherren und Eigentümer. Ein Fachmann nimmt vor Ort Ihre Fenster unter die Lupe und falls nötig gibt er Tipps zu möglichen Sanierungsmaßnahmen.

Wärmeschutzverglasung: die Energievorteile

Falls Sie nicht darum herumkommen, die Fenster komplett auszutauschen, lassen Sie sich gesagt sein: Alles wird gut. Und das stimmt in diesem besonderen Fall wirklich. Denn auch, wenn die Investition keine kleine ist, neue Fenster können den Energieverbrauch auf bis zu ein Zehntel reduzieren. Und das macht sich nach einiger Zeit ja auch wieder im Portemonnaie bemerkbar. Wann genau sich die Investition amortisiert, können Sie mit dem Glas-Sparrechner vom Bundesverband Flachglas einfach nachrechnen.

Am effizientesten ist ein kompletter Austausch der Fenster, denn die besten Scheiben nützen nichts ohne den richtigen Rahmen. Ist dieser veraltet, muss er raus. Besonders die ungedämmten Aluminiumrahmen sorgen für Frösteltemperaturen, aber auch Holz- und Kunststoffrahmen können undicht sein.

Durchblick bewahren: So entscheiden Sie sich richtig

Die wichtigste Kennziffer für die Dämmeigenschaften von Fenstern ist der Wärmedurchgangskoeffizient, der sogenannte U-Wert. Er definiert den Wärmeverlust von Glas und Rahmen. Je niedriger dieser Wert ist, desto mehr Wärme bleibt im Haus. Den besten Wert haben moderne Fenster mit einer Dreifachverglasung: 1,5 – 0,5 (sogenanntes Superglas). Das Dreifach-Wärmeglas wurde ab 2002 üblich und reduziert den Energieverlust auf ein Zehntel.

Das richtige Fenster zur richtigen Zeit

Damit Ihr Zuhause im nächsten Winter wohlig warm ist, sollte im Frühjahr schon mit der Planung neuer Fenster begonnen werden. Denn es gilt die Regel: Im Frühling informieren, im Sommer sanieren oder modernisieren. Stehen eventuell Sanierungsarbeiten an der Fassade des Mietshauses an? Werden in alte Häuser Thermofenster eingebaut, ohne dass Fassaden und Dach gedämmt sind, können Tauwasser- und Schimmelpilzschäden auftreten. Im Idealfall werden Fenster dann ausgetauscht, wenn die Fassade saniert wird.

Das eLIFE-Fazit: Neue Scheiben helfen sparen. Moderne Wärmeschutz-Fenster und eine gute Dämmung bieten gute Aussichten für eine kuschelige Atmosphäre im Wohnzimmer. Aber lassen Sie einen Fachmann ran!