Spielkonsole: Energiespartipps ohne Spaßbremse

Wer ein paar einfache Tipps beim Spielen befolgt, verbraucht dabei weniger Energie.Wer ein paar einfache Tipps beim Spielen befolgt, verbraucht dabei weniger Energie.

Richtig abschalten: Stand-by sorgt für Highscores

Wie bei vielen modernen Geräten sind auch Spielkonsolen oft nicht komplett ausgeschaltet, wenn Sie nach dem Spielspaß auf „Herunterfahren“ klicken. Denn auch im Stand-by-Modus wird Energie verbraucht. Dass die Konsole weiterhin Strom zieht, ist keine böse Absicht der Hersteller.

Im Gegenteil – es soll der Nutzerfreundlichkeit dienen. Sofern nicht komplett vom Strom getrennt, läuft beispielsweise die Xbox One von Microsoft nachts im Stand-by-Modus, um Updates zu installieren. Zudem soll in Kombination mit der Sprachsteuerung jederzeit gewährleistet sein, dass der Nutzer mit einem Sprachbefehl die Spielkonsole schneller starten kann als bei einem kompletten Systemstart. Zeitgewinn und Nutzen sind jedoch überschaubar bei einem permanenten Energieverbrauch von rund 0,304 Kilowattstunden**, wenn der Modus fast den ganzen Tag läuft.

eLIFE-Tipp: Was Sie mit einer Kilowattstunde anfangen können, erfahren Sie hier.

Der Stand-by-Modus ist der stille Energiefresser aller modernen Elektronikgeräte, so auch bei der Spielkonsole.

Der Stand-by-Modus ist der stille Energiefresser aller modernen Elektronikgeräte, so auch bei der Spielkonsole.

Einen anderen Service bietet die Playstation 4. Befindet sich das Gerät im Stand-by-Modus, können die Controller trotzdem geladen werden. Eine nette Idee, die einen entscheidenden Haken hat: Die USB-Anschlüsse werden auch ohne angeschlossenen Controller permanent mit fünf Watt beliefert. Der Gesamtverbrauch der Sony-Spielkonsole im Stand-by-Betrieb liegt somit bei insgesamt 0,171 Kilowattstunden pro Tag. Die Wii U ist da deutlich effektiver und arbeitet mit knapp einer Kilowattstunde. Trotzdem sind die Funktionen der Sprachsteuerung sowie der selbsttätigen Software-Updates gewährleistet.

400 Millionen Dollar zusätzliche Energiekosten entstehen jährlich durch den Stand-by-Modus bei Spielkonsolen in den USA.

Es sind allerhand Bequemlichkeiten, die sich auf der Stromrechnung bemerkbar machen. Wie eine Studie ergab, entstehen allein durch den fortwährenden Stand-by-Betrieb in den USA jährlich zusätzliche Energiekosten im dreistelligen Millionen-Bereich.

Der eLIFE-Extra-Tipp: Wer den Stromverbrauch konsequent unterbinden will, muss auch bei Spielkonsolen das Gerät komplett vom Netz trennen, zum Beispiel mithilfe einer abschaltbaren Steckdosenleiste.

Versteckte Energiefresser in Spielwelten und bei Filmabenden

Grafiken, die fast schon echter wirken als die Realität und diverse Online-Multiplayer-Spiele sind nur zwei Gründe, warum Menschen sich oft nur schwer von der Spielkonsole loseisen können. Somit ist das Spielvergnügen aber auch die energieintensivste Beschäftigung auf allen Konsolen.

Beim täglichen Spielen wird die meiste Energie verbraucht – dennoch kann Strom gespart werden.

Beim täglichen Spielen wird die meiste Energie verbraucht – dennoch kann Strom gespart werden.

Der eLIFE-Extra-Tipp: Die einfachste Form zu sparen ist natürlich, weniger zu spielen. Wer darauf nicht verzichten mag, sollte die Energiesparpotenziale des Fernsehers nutzen. Vom Hersteller werden oft in den Standardeinstellungen viel zu hohe Werte festgelegt, um im Elektronikmarkt neben der Konkurrenz hervorzustechen.

Daheim können die Helligkeit und der Kontrast für ein optimales Bild gesenkt werden. Viele Geräte besitzen einen Stromsparmodus, der diese Änderungen automatisch vornimmt.

Auch der Controller bietet Möglichkeiten, den Energieverbrauch zu senken.

Auch der Controller bietet Möglichkeiten, den Energieverbrauch zu senken.

Handlicher Energiespareffekt: Der Controller

Wem es gelingt, die Akkulaufzeit des Controllers zu verlängern, spart aktiv Strom. Dafür genügen bereits ein paar Änderungen in den Grundeinstellungen. Beim Playstation-Controller lässt sich beispielsweise das Frontlicht dimmen, die Vibration deaktivieren sowie eine automatische Abschaltung nach einer bestimmten Zeit einstellen.

Alles Faktoren, die Energie sparen und somit dafür sorgen, dass das Gerät seltener angeschlossen werden muss. Ähnliche Möglichkeiten hat man auch bei den anderen Spielkonsolen.

Filme jeden Tag über die Spielkonsole zu streamen, bedeutet höhere Energiekosten.

Filme jeden Tag über die Spielkonsole zu streamen, bedeutet höhere Energiekosten.

Streaming ist ein echter Stromfresser

Ein überraschend großer Energiefresser bei Spielkonsolen ist der Film- und Fernsehgenuss. Im Vergleich mit darauf spezialisierten Geräten, wie zum Beispiel dem Apple TV oder Google Chromecast, benötigen Spielkonsolen für das Streamen von Filmen bis zu 45-mal mehr Energie.

Der Grund dafür ist, dass die Playstation 4 und Xbox One nicht für ein effizientes, sondern grafisch meisterhaftes Spielvergnügen gebaut sind. Das führt zu einer permanent hohen Leistungsaufnahme. Beim Streamen von Filmen kann die zwar leicht, aber nicht vollends gedrosselt werden. Die Wii U agiert effizienter, erzielt bei den Spielen allerdings auch nicht die gleichen Ergebnisse wie die Platzhirsche von Sony und Microsoft.

Besonders energiehungrig ist der Fernsehgenuss mit der Xbox und einer Set-Top-Box.

Besonders energiehungrig ist der Fernsehgenuss mit der Xbox und einer Set-Top-Box.

In einen besonderen Fernsehgenuss kommen Nutzer der Spielkonsole von Microsoft. Man kann nicht nur Filme streamen, sondern in Kombination mit einer Set-Top-Box auch normal Fernsehen. Senderwechsel und andere Einstellungen lassen sich bequem über die Sprachsteuerung regeln. Will man diesen Luxus genießen, muss die Spielkonsole jedoch im Verbund mit der Set-Top-Box bis zum Ende des Fernsehabends laufen. Während Sie auf dem Sofa entspannen, schiebt der Stromzähler eine Extraschicht. Zum normalen Stromverbrauch der Konsole gesellen sich noch mal rund 72 Watt für das TV-Vergnügen. Der Jahresverbrauch erreicht somit rund 233 Kilowattstunden, fast die doppelte Leistung eines normalen Kühlschranks.

Der eLIFE-Extra-Tipp: Um den Energieverbrauch beim Streamen von Filmen niedrig zu halten, wäre es sinnvoll zu checken, ob der Fernseher selbst ebenfalls diese Dienste übernehmen kann. Moderne Smart-TVs besitzen die gleichen Streaming-Apps. Somit kann die Spielkonsole ruhen, wenn Sie einen Filmabend veranstalten.

Rechnen Sie einfach selbst Ihren persönlichen Stromverbrauch aus!

Auf jedem Elektrogerät finden Sie die Leistungsangabe in Watt (W). Multiplizieren Sie einfach die Watt-Angabe mit den durchschnittlichen Nutzungsstunden pro Tag und den durchschnittlichen Nutzungstagen im Jahr. Dann teilen Sie das Ergebnis durch 1.000 und schon haben Sie den Stromverbrauch.

Leistungsangabe (W) x Stunden x Tage / 1.000 = Stromverbrauch in Kilowattstunden (kWh)

Das eLIFE-Fazit: Spielkonsolen sind ein kleiner Luxus, den sich knapp 25 Prozent der deutschen Haushalte leisten. Damit die Spielkonsole nicht zum teuren Spaß wird, sollten Sie genau hinsehen. Werden die Spezialfunktionen wirklich genutzt oder ziehen sie lediglich Strom? Selten sinkt der Spielspaß, aber dafür die Energiekosten, wenn man etwas weglässt. In den USA würde trotz eines Verzichts auf Stand-by immer noch jährlich ein Gesamtverbrauch von 600 Millionen Kilowattstunden entstehen. Es lohnt sich also, jede Energiesparmöglichkeit auszuschöpfen.

*Studie: https://www.nrdc.org/experts/pierre-delforge/latest-generation-video-game-consoles-how-much-energy-do-they-waste-when

** Errechnete Verbrauchswerte, basierend auf der Studie mithilfe der Website www.stromverbrauchsinfo.de