9 Mythen über das Energie­sparen

Was ist richtig und was ist falsch, wenn es um das Energiesparen im Haushalt geht? eLIFE klärt auf.Was ist wirklich richtig, wenn es um das Einsparen von Energie im Haushalt geht?

Energiesparen: Wir räumen mit den Energie-Mythen auf

Mythos 1: Ladegeräte in der Steckdose verbrauchen keinen Strom.

Ob Ladegeräte für Smartphones, Kameras oder externe Akkus: Stecken sie in der Steckdose, fließt Strom, auch wenn kein Gerät daran angeschlossen ist. Es wird also Energie verbraucht, wenn auch nur sehr wenig. Deshalb gilt: Ladegerät bei Nichtgebrauch aus der Steckdose ziehen.

Energiesparen versus permanenter Stromverbrauch: Selbst wenn kein Gerät am Ladekabel angeschlossen ist, zieht es Strom und verbraucht unnötig Energie.

Ladekabel in der Steckdose ziehen immer Strom, auch wenn nichts dransteckt.

Mythos 2: Energiesparlampen sparen am meisten.

Das legt die umgangssprachliche Bezeichnung für Kompaktleuchtstofflampen ja auch irgendwie nahe. Und in der Tat: Im Vergleich zur Glühbirne sparen sie jede Menge Energie. Inzwischen wurden sie jedoch von LED-Lampen überholt, deren technische Entwicklung in den letzten Jahren rasante Fortschritte gemacht hat. In Sachen Energieersparnis und Lebensdauer sind sie den Energiesparlampen überlegen. Es gibt sie inzwischen in allen Formen und in sehr hell leuchtenden sowie wechselfarbigen Varianten. Zudem schreitet der Preisverfall voran: LEDs sind inzwischen recht günstig, auch im Energie-Shop von Vattenfall.

Mythos 3: Strom macht den Großteil des Energieverbrauchs aus.

Im Gegenteil: Wärme hat bei Weitem den größten Anteil am Energieverbrauch in deutschen Haushalten. Es lohnt sich also nicht nur, den Stromverbrauch bei Haushaltsgeräten oder der Beleuchtung zu senken, sondern auch das Thema Heizen unter die Lupe zu nehmen in puncto Energiesparen. Für Hausbesitzer bieten sich hier natürlich größere Gestaltungsmöglichkeiten, da sie die Art ihrer Heizungsanlage selbst bestimmen können. Ein Gasanschluss zum Beispiel, den man auch in eine Wohnung legen kann, ist eine effiziente und günstige Möglichkeit zu heizen. Das zeigen auch die Gastarife von Vattenfall.

Doch ob im Eigenheim oder in der Mietwohnung, mit Zentralheizung oder Gasetagenheizung: Gerade das kann den
Energieverbrauch reduzieren.

Wichtigste Faktor beim Energiesparen an der Heizung: das eigene Verhalten.

Beim Heizen spielt auch das richtige Verhalten eine große Rolle.

Mythos 4: Elektrogeräte komplett auszuschalten, lohnt sich kaum.

Das Umweltbundesamt (UBA) sieht das anders: Geschätzte vier Milliarden Euro Stromkosten verursachen Elektrogeräte im Stand-by-Betrieb. Solche Geräte per Ausknopf oder schaltbarer Steckdose vom Stromnetz zu trennen, spart im Jahr also durchaus etliche Euro. Wie viel Potenzial dahinter steckt, lesen Sie im Artikel: Energie sparen im Haushalt: das Aus für Stand-by. Sie möchten ganz genau wissen, wie viel Strom ihre Elektrogeräte in ihrem Haushalt verbrauchen? Ein Strommessgerät verrät es Ihnen.

Wer auf Stand-by verzichtet, erzielt große Erfolge beim Energiesparen.

Stand-by verursacht im Jahr etliche Euro an Stromkosten.

Mythos 5: Haushaltsgeräte soll man nutzen, solange sie funktionieren.

Der 20 Jahre alte Kühlschrank? Läuft. Die 15 Jahre alte Waschmaschine? Geht noch. Haushaltsgeräte verbrauchen jedoch den meisten Strom im Haushalt, weshalb man auf neuere mit hoher, also positiver Energieeffizienzklasse umsteigen sollte. Überprüfen Sie dabei, wie schnell sich die Kosten des Neukaufs amortisieren. Und achten Sie vor dem Kauf auf das Energielabel. Fällt die Entscheidung für einen Neukauf, sollte das alte Geräte im Recycling landen.

Hilft beim Energiesparen: neue Geräte mit hoher Energieeffizienzklasse.

Ein neues Gerät mit hoher Energieeffizienzklasse spart viel Energie ein.

Mythos 6: Das bisschen Eis spielt keine Rolle.

Vereisungen in der Gefriertruhe oder im Gefrierfach des Kühlschranks treiben die Stromkosten unnötig in die Höhe und helfen nicht beim Energiesparen. Als Richtwert geben Hersteller an, dass sich der Energieverbrauch bei starker Vereisung um rund zehn bis 15 Prozent erhöhen kann. Spätestens bei einer Eisschicht von einem Zentimeter sollte abgetaut werden. Bei modernen Geräten mit No-Frost-Technologie erledigt sich das Thema Eispanzer.

Wer schon beim Befüllen des Kühlschranks auf die richtige Ordnung achtet, spart zusätzlich Energie.

Energiespartipp: Nicht zu lange die Kühlschranktür offenstehen lassen, sonst muss noch mehr gekühlt werden.

Ist die Kühlschrank Tür zu lange offen, hilft das nicht beim Energiesparen - ganz im Gegenteil: der Verbrauch steigt deutlich.

Tür zu! Steht die Kühlschranktür zu lange offen, kostet das Energie.

Mythos 7: Nur heiß gewaschen wird es richtig sauber.

Zu Großmutters Zeiten hat man noch gerne heiß gewaschen, damit der Dreck auch wirklich rausgeht. Moderne Waschmittel und Waschmaschinen machen das heute meist überflüssig und ergeben somit Raum zum Energiesparen. Senken Sie also ruhig die Waschtemperatur: 30 bis 40 Grad reichen für strahlende Sauberkeit häufig aus. Zudem können Sie das Vorwaschprogramm meist weglassen. Nebenbei sparen Sie beim Waschen noch Energie.

Schon gewusst? Bei einem Waschgang mit 60 Grad werden drei Viertel des Stroms nur für das Heizen des Wassers benötigt. Bei einem Waschgang mit 30 Grad ist es nur noch die Hälfte.

Mythos 8: Energetische Sanierung lohnt sich nicht.

Die Deutsche Energie-Agentur (Dena) schätzt, dass unsanierte Altbauten Energieeinsparpotenziale von bis zu 90 Prozent haben. Sanierungsmaßnahmen wie beispielsweise eine Dämmung generell als unwirtschaftlich abzutun, entspricht also nicht der Realität. Natürlich kommt es aber darauf an, was technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist. Das muss für jedes Gebäude individuell entschieden werden. Welche Sanierungsmaßnahmen bei Ihnen gefördert werden, können Sie ganz leicht in der Fördermitteldatenbank von Vattenfall herausfinden.

Übrigens: Ein weiterer Mythos ist, dass bei gedämmten Häusern kein Schimmel mehr entsteht. Denn: Eine bessere Dämmung kann zu höherer Luftfeuchtigkeit im Raum führen, was Schimmel prinzipiell begünstigen kann.

Sollte keine Lüftungsanlage installiert sein, heißt es immer: Ausreichend lüften.

Mythos 9: Dreifach verglaste Fenster sind dreimal dichter.

Im Vergleich zu einfach verglasten Fenstern sollen dreifach verglaste Fenster dreimal dichter sein? Nein, sie leisten viel mehr und isolieren ungefähr zwölfmal besser! Sie können sich also freuen, wenn Sie moderne Wärmeschutzfenster in ihrer Wohnung haben. Bei einfachen Glasfenstern sollten Sie prüfen, ob ein Austausch möglich ist.

Energiesparen: Auch ein kompletter Austausch der Fenster kann dem Schutz vor Schimmelbildung in der Wohnung dienen.

Austausch von Fenstern als Schutz vor Schimmelbildung in der Wohnung.