Haushaltsgeräte: Jedes fünfte frisst zu viel Strom

Wie viel Strom Haushaltsgeräte wirklich verbrauchen, ist oft unklar - eLIFE klärt auf.Wie viel Strom verbrauchen Haushaltsgeräte wirklich?

Ob Kühlschränke, Waschmaschinen oder Staubsauger: Hersteller preisen im Elektrohandel die Energieeffizienz ihrer Produkte an und unterbieten sich gerne gegenseitig bei den Angaben. Immerhin lassen sich viele Kunden bei ihrer Kaufentscheidung auch vom Stromverbrauch beeinflussen.

Eine Untersuchung europäischer Verbraucherverbände hat jedoch nun festgehalten: Haushaltsgeräte verbrauchen oft mehr Energie, als die Hersteller versprechen.

Verpackungsangaben oft nicht korrekt

Auf dem Prüfstand der Studie standen 20 Gerätegruppen, die in jedem europäischen Durchschnittshaushalt zu finden sind: Von Wasserkochern über Lampen bis hin zu Geschirrspülern war alles dabei.

Das Ergebnis der Verbraucher-Studie ist alarmierend: Bei den Tests überstiegen manche Geräte die Herstellerangaben zum Energieverbrauch um bis zu 30 Prozent.

Insgesamt 10 Milliarden Euro an Einsparungen beim Energieverbrauch gehen jedes Jahr durch falsche Kennzeichnungen verloren, schätzen Verbraucherschützer.

Haushaltsgeräte: Vernetzte Stromverschwendung

Besonders gravierend waren die Abweichungen bei Elektrogeräten im Stand-by-Betrieb oder mit WLAN-Funktion. Diese haben sich in der Studie als die größten Stromfresser erwiesen. Für Verbraucher ist hier besondere Vorsicht geboten: Bei jedem dritten Gerät ist die WLAN-Funktion standardmäßig bereits aktiv – und damit übermäßiger Stromverbrauch im Haushalt vorprogrammiert.

Hersteller sind noch selbst verantwortlich

Auch wenn es generelle EU-Richtlinien für Großgeräte, Mindeststandards und allgemeine Einstufungen nach Energieverbrauch gibt, für die Richtigkeit der Angaben sind die Hersteller selbst verantwortlich. Eine staatliche Instanz für die Prüfung oder Zulassung gibt es nicht. Die EU-Kommission führte die falschen Werteangaben darauf zurück, dass Hersteller teils erlaubte Fehlertoleranzen ausschöpfen, und kündigte nun eine Überarbeitung der entsprechenden Richtlinie an.

Die eLIFE-Empfehlung: Was der Verbraucher tun kann

Solange dieser Aspekt noch nicht überarbeitet ist, bleibt dem Käufer, der Energie sparen will, nur das Vertrauen in die wenigstens ungefähren Angaben der Hersteller auf den Geräteverpackungen und dem Energielabel.

Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass ein Gerät mit der Auszeichnung A+ weniger verbraucht als ein älteres Modell in der Energieeffizienzklasse C. Ebenso verhält es sich im Vergleich von A+ zu A+++, Letzteres ist garantiert energieeffizienter.

Haushaltsgeräte: Glaubwürdige Angabe – die Energieeffizienzklasse auf dem Energielabel.

Verbraucher können sich an die Energieeffizienzklassen auf dem Energielabel halten.

Wer jedoch ganz auf Nummer sicher gehen möchte, der findet mit einem Strommessgerät heraus, wo sich die Stromfresser im Haushalt befinden – und bringt diese dann, wenn möglich, seltener zum Einsatz.

Der eLIFE-Extra-Tipp: Mit dem kostenlosen Energiesparcheck von Vattenfall decken Sie Energiesparpotenziale zu Hause auf.

Oder Sie schauen einfach einmal in die eLIFE-Listen. Dort gibt es viele Tipps zum Stromsparen im Haushalt, gerade auch, wenn Sie ein Haushaltsgerät benutzen: