eLIFE-Check: Stromverbrauch im Privathaushalt

Gemeinsamer Musikgenuss würde hier den Stromverbrauch senken.Gemeinsamer Musikgenuss würde hier den Stromverbrauch senken.

Stromverbrauch? Reine Kopfsache

Je größer ein Haushalt ist, desto höher fällt in der Regel auch der Stromverbrauch aus. Dieser wächst jedoch nicht gleichmäßig mit steigender Anzahl der Personen, da Geräte, wie zum Beispiel Kühlschrank und Waschmaschine, gemeinsam genutzt werden.

Das führt dazu, dass ein Einpersonenhaushalt aktuell in Deutschland durchschnittlich 1.600 Kilowattstunden im Jahr verbraucht, ein Dreipersonenhaushalt, trotz zwei Bewohnern mehr, nur etwa doppelt so viel, nämlich 3.200 kWh pro Jahr.

Somit fällt der Pro-Kopf-Verbrauch in größeren Haushalten oft geringer aus als in kleineren.

Ebenso ist der Energieverbrauch davon abhängig, ob man in einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus oder in einem Ein- oder Zweifamilienhaus lebt. Bei Letzterem ist der Pro-Kopf-Verbrauch tendenziell höher, da Außenbeleuchtung, Garten, Garage oder die Heizungspumpe ebenfalls Strom benötigen und nur von wenigen Personen getragen werden.

Beim Stromverbrauch zählt die Heimat

Mein Wohnort? Für den Stromverbrauch ist es doch egal, wo ich lebe. Das dachten wir auch, aber es gibt tatsächlich regionale Unterschiede:

Wussten Sie beispielsweise, dass in Ostdeutschland der Strombedarf in einem Vierpersonenhaushalt durchschnittlich acht Prozent geringer ist als in einem westdeutschen?

Warmwasser, das mittels Strom aufbereitet wird, treibt den Stromverbrauch und die Kosten hoch.

Warmwasser, das mittels Strom aufbereitet wird, treibt den Stromverbrauch und die Kosten hoch.

Warmwasser: Je heißer die Dusche, desto höher der Stromverbrauch

Ein wichtiger Faktor für den Energieverbrauch ist, ob die Warmwasserbereitung mittels Strom erfolgt. Ist das der Fall, liegt der Jahresverbrauch nochmals deutlich höher. Hier lohnt ein regelmäßiger Check und die Verwendung moderner energiesparender Geräte, um den Verbrauch im Griff zu haben.

Große Wäscheberge lassen den Stromverbrauch klettern

Beim Thema Wasser im Haushalt denken Sie vielleicht auch gleich ans Wäschewaschen. Dabei kennen vor allem Familien mit kleinen Kindern diese Herausforderung nur zu gut: Der Wäscheberg wird einfach nicht kleiner, obwohl die Waschmaschine permanent läuft.

Energie sparen durch das Sortieren der Wäsche nach Verschmutzungsgrad

Energie sparen durch das Sortieren der Wäsche nach Verschmutzungsgrad

Kein Wunder also, dass ein Dreipersonenhaushalt jährlich 701 Kilogramm Wäsche bei 177 Waschgängen bewältigt und der Stromverbrauch in diesem Bereich im Vergleich zum Single deutlich höher ausfällt. Dieser benötigt lediglich 111 Waschgänge für 267 Kilogramm Wäsche.

Der eLIFE-Extra-Tipp: Wie Sie beim Wäschewaschen Ihre Kosten und den Stromverbrauch senken können, lesen Sie in unserem Artikel Kaltwäsche: Fünf coole Tipps, um Energie zu sparen.

Gemeinsam fernsehen: Stromverbrauch sinkt pro Kopf

Filmabende mit der Familie sind nicht nur ein schöner Anlass, um gemeinsam Zeit zu verbringen. Durch den geteilten Energieverbrauch pro Kopf sinkt auch der Anteil am Gesamtverbrauch. Rund 23 Prozent des Stroms im Jahr benötigt ein Vierpersonenhaushalt für TV/Audio und Büro. In einem Single-Haushalt ist es fast ein Drittel.

Stromverbrauch: Zusammen fernsehen ist nicht nur unterhaltsamer, sondern auch energieeffizienter.

Zusammen fernsehen ist nicht nur unterhaltsamer, sondern auch energieeffizienter.

Der eLIFE-Extra-Tipp: Auch ein Fernseher im Stand-by-Modus verbraucht Strom. Das verursacht unnötige Kosten. Trennen Sie deshalb das Gerät sowie Peripheriegeräte, wie zum Beispiel Spielkonsole oder TV-Receiver, komplett vom Stromnetz. Praktisch dabei sind abschaltbare Steckdosenleisten.

Hinzu kommt beim Fernsehen ein Trend, der seit Jahren anhält: Die Verweildauer vorm Fernseher wächst. Insbesondere bei den Älteren.

 Die Altersklasse 50+ nutzt den Fernseher am intensivsten: durchschnittlich fünf Stunden täglich.

Das könnte beispielsweise ein Grund sein, warum Haushalte älterer Singles einen höheren Strombedarf haben als jüngere:

Wussten Sie, dass Über-70-Jährige, die allein im Haushalt leben, im Schnitt 2.099 Kilowattstunden im Jahr verbrauchen? Das sind 18 Prozent mehr, als Haushalte von Singles bis 20 Jahre verbrauchen.

Stromverbrauch… So sollte Ihre Kühlschrank-Ordnung aussehen: Salat und Gemüse unten, Kuchen oder zubereitete Speisen oben.

So sollte Ihre Kühlschrank-Ordnung aussehen: Salat und Gemüse unten, Kuchen oder zubereitete Speisen oben.

Stromverbrauch im Kühlschrank: Gut gefüllt ist energiesparend

Ein voller Familien-Kühlschrank verbraucht weniger Energie als ein sporadisch gefüllter Kühlschrank in einem Einpersonenhaushalt. Was zunächst kurios klingt, ist einfach zu erklären: Bei wenig gefüllten Kühlschränken wird vor allem die Luft gekühlt. Öffnet man die Tür, entweicht die kalte Luft und die neue, wärmere Luft muss nun energieintensiv erneut heruntergekühlt werden.

Für Kühlen und Gefrieren verbraucht ein Single-Haushalt fast 20 Prozent des Stroms, ein Dreipersonenhaushalt nur rund 15 Prozent.

Bei einem gefüllten Kühlschrank sind die Produkte gekühlt und verbleiben zum Großteil auch darin, wenn die Tür einmal geöffnet wird. Das Gerät hat somit deutlich weniger zu tun, um die voreingestellte Betriebstemperatur wiederherzustellen.

Der eLIFE-Extra-Tipp: Mit der richtigen Ordnung im Kühlschrank sparen Sie nicht nur Energie, sondern haben auch länger etwas von Ihren Lebensmitteln. Wie das geht, lesen Sie in unserem Beitrag Kühlschrank-Ordnung: Wir räumen auf! 

Das eLIFE-Fazit: Sowohl in Single-Haushalten als auch bei Familien gibt es unausweichliche Energieverbräuche, die man jedoch mit ein wenig Aufwand senken und somit die Haushaltskasse entlasten kann.

 

 

Quellen: BDEW, Stromverbrauch im Haushalt 2016; Stromspiegel für Deutschland 2016; Öko-Institut 2004a: PROSA Waschmaschinen – Produkt-Nachhaltigkeitsanalyse von Waschmaschinen und Waschprozessen; Freiburg