Heizenergie sparen: Das bringt eine Dämmung

Dämmung für das Haus: kuschelig warm und gleichzeitig Heizkosten sparenDämmung für das Haus: kuschelig warm und gleichzeitig Heizkosten sparen

Was bringt eine Dämmung?

Die Mehrheit der Häuser in Deutschland benötigt mehr Energie für die Heizung und Warmwasser als nötig. Zu diesem Ergebnis kommt ÖKO-TEST Spezial Umwelt und Energie aus dem Jahr 2014. Die Ursache: Über drei Viertel der Gebäude in Deutschland wurden vor der Einführung der dritten Wärmeschutzverordnung von 1995 errichtet. Somit besitzen Millionen Altbauten einen großen Aufholbedarf bei Sanierungen. Zumal fast 85 Prozent des Gesamtverbrauchs in Privathaushalten für den Wärmebedarf verantwortlich sind. Das Dämmen des Gebäudes stellt einen wirkungsvollen Hebel dar, um Energieverluste zu mindern und Kosten zu sparen. Würde man alle Wohngebäude auf das Niveau der Energieeinsparverordnung von 2009 sanieren, ließen sich jährlich 357 TWh Heizenergie einsparen.

Die größten Einsparungen bei bestehenden Gebäuden lassen sich über energetische Sanierungsmaßnahmen an der Gebäudehülle erzielen. Vor allem die Fassade rückt dabei in den Fokus, da über sie am meisten Energie verloren geht. Bei Mehrfamilienhäusern sind es sogar bis zu 40 Prozent, wie das Portal dämmen-lohnt-sich.de zeigt.

Die Wärmeverluste bei einem Einfamilienhaus. Über die Gebäudehülle geht die meiste Energie verloren.

Die Wärmeverluste bei einem Einfamilienhaus.

Die Wärmeverluste bei einem Mehrfamilienhaus: Bei einem Wohnhaus mit z. B. zehn Geschossen gehen 40 Prozent der Heizenergie überdies Fassade verloren.

Wärmeverluste Mehrfamilienhaus: Bei zehn Geschossen gehen 40 Prozent Heizenergie über die Fassade verloren.

Alles zur Energieeinsparverordnung

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) stellt ein bedeutendes Instrument der Energie- und Klimaschutzpolitik dar. Sie soll dazu dienen, dass beim Gebäudebau bestimmte Standards eingehalten werden mit dem Ziel eines effizienten Betriebsenergiebedarfs. Zudem sollen bei bestehenden Gebäuden Maßnahmen ergriffen werden, die den Energieverlust minimieren. Die große Vision der Bundesregierung ist ein nahezu klimaneutraler Gebäudebestand bis zum Jahr 2050.

Die EnEV ist seit 2002 in Kraft und stellt eine Zusammenführung der Wärmeschutz- und Heizungsanlagenverordnung dar. Sie begrenzt den zulässigen Energiebedarf von beheizten oder klimatisierten Gebäuden. Dazu zählen Vorgaben an den Wärmedämmstandard der Gebäudehülle sowie die Anlagentechnik:

  • Heizung
  • Warmwasser
  • Kühlung
  • Lüftung
  • elektrische Hilfsenergie

Die Verordnung bilanziert zweierlei: zum einen die Energiemenge, die ins Haus geliefert wird, zum anderen welche Umweltwirkungen die genutzten Energieträger haben.

Ab 2016 steigen nochmals die Anforderungen an das Dämmen für Neubauten:

  • beim Jahres-Primärenergiebedarf um 25 Prozent
  • beim Dämmstandard um 20 Prozent

Zudem müssen bis Ende 2015 zugängliche Decken zwischen beheizten Räumen und unbeheizten Dachräumen gedämmt werden. Es sei denn, dass ein nach DIN geregelter Mindestwärmeschutz vorliegt. Alternativ ist aber auch die Dämmung des darüber liegenden Daches möglich.

Was kann man dämmen an einem Haus?

Die gesamte Gebäudehülle

Den größten Energiespareffekt erzielen Sie, wenn die gesamte Gebäudehülle aus Dach bzw. oberster Geschossdecke, Kellerdecke und Außenfassade eine Dämmung erhält. Aber auch mithilfe von Einzelmaßnahmen lassen sich viele Einsparungen erzielen.

Wichtig: Bevor die Baumaßnahmen beginnen, sollten die Stellen ausfindig gemacht werden, über die Wärme nach außen dringt. Ausgebildete Energieberater helfen dabei und nutzen dafür spezielle Wärmebildkameras.

Thermografie: Mit Wärmebildkameras sieht man, wo die Wärme nach außen dringt.

Thermografie: Mit Wärmebildkameras sieht man, wo die Wärme nach außen dringt.

Das Dach

Da Wärme nach oben steigt, gilt es vor allem, das Dach zu dämmen. Dafür stehen zwei Möglichkeiten bereit: Das Dach wird gedämmt oder die oberste Geschossdecke. Entscheidend ist, ob der Dachboden als Wohnraum genutzt wird. Ist das der Fall, muss das Dach gedämmt werden. Andernfalls die Geschossdecke, das ist zugleich die rentabelste Wärmeschutzmaßnahme.

Geschossdecke: Wärme steigt nach oben, deshalb sollte man dort dämmen.

Geschossdecke: Wärme steigt nach oben, deshalb sollte man dort dämmen.

Der Keller

Auch nach unten kann viel Energie verloren gehen bzw. die Kälte in die Wohnung eindringen. Daher lohnt es sich auch hier zu dämmen. Werden die Kellerräume beheizt und bewohnt, ist eine Dämmung des Bodens sowie der Wände zu empfehlen. Ist das nicht der Fall, genügt eine Dämmung der Kellerdecke.

Wird der Keller nicht bewohnt, sollte man zumindest die Kellerdecke dämmen.

Wird der Keller nicht bewohnt, sollte man zumindest die Kellerdecke dämmen.

Die Fassade

Solange ein Gebäude nicht unter Denkmalschutz steht, ist eine Fassadendämmung von außen die beste Wahl. Gängig sind die folgenden drei Verfahren:

  • das Wärmedämmverbundsystem (WDVS) bzw. Thermohaut
  • die Kerndämmung
  • die vorgehängte hinterlüftete Fassade

Existiert kein Abstand zu angrenzenden Häusern oder handelt es sich um ein Fachwerk- und denkmalgeschütztes Gebäude, wird von innen gedämmt. Dies sollte von Experten durchgeführt werden, um Feuchtigkeitsbildung und weitere Schäden zu verhindern.

eLIFE-Hinweis: Eine Innendämmung bedeutet auch immer eine Verkleinerung des Wohnraums – durchschnittlich geht auf zehn Quadratmeter ein Quadratmeter verloren.

 

Welche Dämmstoffe gibt es?

Guter Dämmstoff zeichnet sich durch eine geringe Wärmeleitfähigkeit aus. Je geringer diese ausfällt, desto besser ist die Dämmwirkung. Gekennzeichnet wird das durch die Wärmeleitfähigkeitsstufe (WLS). Zudem spielt die Dicke des Materials eine wichtige Rolle.

Individuell dämmen: Für die Dämmung gibt es zahlreiche verschiedene Dämmstoffe.

Individuell dämmen: Für die Dämmung gibt es zahlreiche verschiedene Dämmstoffe.

Es gibt allerdings nicht den einen perfekten Dämmstoff. Die Herstellung synthetischer Dämmstoffe ist zumeist energieaufwendig, und es werden dafür nicht nachwachsende Ressourcen benötigt. Sie eignen sich jedoch bestens beim Einsatz in Bereichen mit viel Feuchtigkeit, wie zum Beispiel Kellerwänden. Andererseits gibt es auch Dämmstoffe aus nachwachsenden Quellen.

Drei Dämmstoffe auf einen Blick

Faserdämmstoff: feste Partikel, die entweder lose vermengt oder fest miteinander verpresst oder verbacken sind. Dadurch wird in den Zwischenräumen Luft eingeschlossen.

Geschäumte Dämmstoffe: feste Grundmasse, die gas- oder luftgefüllte Poren umschließt. Verfügbar sind diese Dämmstoffe als Blöcke, Formteile, Filze, Matten, Platten, Rollen, Schäume.

Schüttfähige Granulate, Stopfwolle und lose Fasern: Mithilfe von Spezialgeräten werden die Materialien in Hohlräume gefüllt. Zudem gibt es für den Einsatz als Ummantelung von Rohren spezielle Schalen und Schläuche. Diese Dämmstoffe gibt es auch als Verbund mit Papier, Pappe, Glasvlies, Kunststoff- oder Metallfolien sowie mineralischen Wandbaustoffen.

Warum Sie dämmen sollten? 7 gute Gründe:

1. Energiekosten

Mangelhaft oder gar nicht gedämmte Häuser entpuppen sich als echte Energiefresser. Je weniger Heizwärme verloren geht, desto niedriger sind die Energiekosten.

2. Unabhängigkeit

Sie sind nicht mehr so stark abhängig von der Preisentwicklung bei den Energiekosten.

3. Wohnkomfort

Die Wärme bleibt im Winter drin und im Sommer länger draußen.

4. Feuchteschutz

Die Temperaturunterschiede zwischen Außen- und Innenwand fallen geringer aus. Das beugt auch Schimmel und Feuchteschäden vor.

5. Werterhalt

Eine gute Dämmung gilt als werterhaltende Maßnahme.

6. Umweltschonung

Das Sparen von Heizenergie schont auch Ressourcen und reduziert den CO2-Ausstoß.

7. Förderung

Viele Dämm-Maßnahmen werden bereits gefördert.

Was kostet die Dämmung eines Hauses?

Bei einer Dachdämmung liegen die Kosten zwischen und 120 bis 200 Euro pro Quadratmeter. Günstiger und weniger aufwendig fällt die Dämmung der oberen Geschossdecke aus.

Die Dämmung einer Kellerdecke kostet etwa 18 bis 30 Euro, eine Innendämmung rund 30 Euro pro Quadratmeter. Bei einer Fassadendämmung in Form des Wärmedämmverbundsystems ist mit 90 bis 120 Euro pro Quadratmeter zu rechnen.

Welche Fördermittel gibt es für die Dämmung Ihres Hauses?

Prinzipiell gibt es für viele Vorhaben zur Dämmung eine Förderung, jedoch müssen Sie sich dabei an die Vorgaben der EnEV halten.

Der eLIFE-Tipp: Prüfen Sie gleich online, welche Fördermittel für Sie infrage kommen mit dem FördermittelCheck.

Ob bei Ihnen Einzelmaßnahmen oder eine Komplettsanierung wirtschaftlich sinnvoller ist, können Sie mit dem ModernisierungsCheck prüfen. 

Das eLIFE-Fazit:

Um den Gesamtenergieverbrauch im Haushalt zu senken und zugleich den Wohnkomfort zu steigern, ist eine Dämmung sinnvoll. Ob Einzelmaßnahmen bereits genügen, müssen Sie anhand Ihrer individuellen Wohnsituation überprüfen und sich den Rat von einem oder mehreren Experten einholen.