Welche Vorteile und Nach­teile die Halogen­lampe wirklich hat

Halogenlampe: Lampe AGNES 10 der US-amerikanischen Designerin Lindsey Adelman mit HalogenleuchtenLampe AGNES 10 der US-amerikanischen Designerin Lindsey Adelman mit Halogenleuchten

Seit dem 1. September 2012 dürfen klassische Glühbirnen nicht mehr hergestellt und verkauft werden. Der Grund dafür: Sie verwandeln nur etwa fünf Prozent des Stroms in Licht und schaffen es daher höchstens auf eine Energieklasse D, also kaum effizient. Wie steht es nun um die Halogenlampe?

Bereits vor sechs Jahren hat das EU-Parlament ein Verbot für Leuchtmittel der Energieeffizienzklasse C geplant, das eigentlich im September 2016 in Kraft treten sollte. Davon betroffen wären auch die meisten Halogenlampen, denn deren Mehrheit zählt zu Leuchtmitteln der Energieeffizienzklasse C. Die Frist wurde im letzten Jahr jedoch noch einmal um zwei Jahre verschoben.

Einige ältere Halogenlampen-Modelle wurden im Zuge der EU-Verordnung bereits verboten und werden auch nicht mehr verkauft. Grund genug für eLIFE die Halogenlampe einmal genauer zu beleuchten:

Halogenlampe: nicht energieeffizient im Vergleich zu LED.

eLIFE beleuchtet, warum Halogenlampen im Vergleich zu LED nicht energieeffizient sind

Warum die Halogenlampe immer noch so beliebt ist

Halogenleuchten sorgen für eine natürliche, fast tageslichtähnliche Beleuchtung. Ihr Licht ist im allgemeinen weißer als das der Kompaktleuchtstofflampe, umgangssprachlich Energiesparlampe, oder auch das Licht von LEDs. Deshalb kommen sie häufig in Bereichen, die gut ausgeleuchtet sein sollen, zum Einsatz. Neben der natürlichen Farbe des Halogenlichts zählte bis jetzt auch die Lebensdauer zu den Vorzügen der Halogenlampe. Denn obwohl sich das Glas der energiesparenden Halogenlampe während jedes Brennens auf rund 250 Grad Celsius erhitzt, hält die Halogenlampe bis zu 3.000 Stunden, was etwa der bis zu dreifachen Lebensdauer einer Glühbirne entspricht.

Energiesparlampen mit einer Lebensdauer von etwa 10.000 Stunden und LEDs mit sogar 25.000 Stunden sind sie jedoch klar unterlegen. Und auch wenn es um den Energieverbrauch geht, sind die Halogenlampen weit abgeschlagen. Sie sind zwar um 30 Prozent effizienter als die alten Glühbirnen, benötigen aber fast drei Mal so viel Energie wie qualitativ hochwertige Energiesparlampen und LEDs.

Halogenlampen rückten vor allem direkt nach dem Verbot der Glühbirnen in den Fokus des Konsumenten. Damals, vor etwa fünf Jahren, waren die LEDs und Kompaktleuchtstofflampen noch nicht so weit entwickelt wie heute. LEDs waren teuer und brachten nicht dieselbe helle und vor allem schnelle Lichtleistung wie Halogenlampen. Das hat sich jedoch geändert, moderne LEDs gibt es auch in starker warm-weißer Lichtqualität zu einem günstigen Preis – und langlebiger und energieeffizienter sind sie zudem.

Wie die Halogenlampe funktioniert

Im Prinzip funktioniert die Halogenlampe genau so wie eine normale Glühbirne, nur als „getunte“ Variante. Bei beiden Typen erhitzt sich eine Wolframwendel durch Stromfluss bis zur Weißglut und erzeugt so Licht. Die Besonderheit der Halogenlampe ist ihr kleiner Quarzkolben, der nur wenig Wärme an die Umgebung abgibt. Durch diesen kann die Halogenlampe um einige Hundert Grad höher erhitzt werden als eine Glühbirne, was den Wirkungsgrad, also die Helligkeit, beträchtlich erhöht.

Mit der höheren Temperatur hätte die Halogenlampe eigentlich eine kürzere Lebensdauer ­– dieses wird jedoch durch einen Trick verhindert: Im Glaskolben befindet sich das genannte Halogen-Gas. Dieses Gas sorgt vereinfacht gesagt dafür, dass der dünne Glühdraht nicht so schnell verbraucht wird. Daher leuchtet sie heller und besitzt eine längere Lebensdauer als die klassische Glühbirne.

Eine Wolfram Halogenlampe in allen Details

Durch den Stromfluss wird das Innere der Halogenlampe erhitzt und erzeugt so Licht.

Die Farbe von Tageslicht

Halogenlampen sind ebenso wie die alten Glühbirnen sogenannte Temperaturstrahler. Beim Prozess des Leuchtens wird infrarote Wärmestrahlung erzeugt. Der Farbton solchen Lichtes wird von den meisten Menschen als angenehm und warm empfunden, daher wird das Halogenlicht auch als warm-weißes Licht bezeichnet. Wir nehmen dieses Licht als natürlich wahr, weil auch das Tageslicht, erzeugt durch die Sonne, ein ähnliches Lichtspektrum aufweist und alle Farben bei Halogenbeleuchtung dem Farbeindruck bei Tageslicht sehr stark ähneln.

Der Energieverbrauch der Halogenlampen

Trotz aller aufgeführten Nachteile gegenüber LEDs und Energiesparlampen, weist die Halogenlampe derzeit noch einige Vorteile auf, die sich vor allem auf die Art und Weise des Einsatzes und des Lichtes beziehen. Durch die technische Weiterentwicklung der energieeffizienteren LEDs und Energiesparlampen werden diese allerdings in naher Zukunft keine Alleinstellungsmerkmale mehr sein.

Die drei Vorteile der Halogenleuchten

  • Halogenlampen sind sofort hell, sobald sie eingeschaltet werden. Ihr Licht ist neutral, weshalb es gut mit Farben harmoniert.
  • Halogenlampen sind universell einsetzbar – durch ihre kompakte Bauart auch dort, wo nur wenig Platz vorhanden ist.
  • Halogenlampen geben ein natürliches, intensives Licht von sich, das dem angenehmen Tageslicht ähnelt.
Halogenlampe: Sie sind sofort hell und geben ein natürliches Licht.

Halogenlampen sind sofort hell, geben natürliches Licht und sind universell einsetzbar.

Die drei Nachteile der Halogenleuchten

  • Halogenlampen benötigen fast drei Mal so viel Energie wie Energiesparlampen und fast vier Mal so viel wie moderne LEDs.
  • Mit 3.000 Stunden Lebensdauer sind sie den Energiesparlampen (bis 10.000) und LEDs (bis 25.000) weit unterlegen.
  • Sie werden sehr heiß und dürfen daher nicht in der Nähe brennbarer Materialien verwendet werden.
Eine Halogenlampe benötigt fast drei Mal so viel Energie wie eine Energiesparlampe und fast vier Mal so viel wie eine moderne LED.

Halogenlampen benötigen fast vier Mal so viel Energie wie moderne LEDs.

Wo Halogen zum Einsatz kommt

Halogenlampen gibt es als Niedervoltlampen mit 12 Volt oder 24 Volt und als Hochvoltlampen, die mit einer Netzspannung von 230 Volt betrieben werden. Es gibt sie in ringsum abstrahlender, punktförmiger und linearer Bauform sowie als Reflektorlampen zur Erzeugung von gerichtetem Licht. Aufgrund der guten Farbwiedergabe und der für Wohnbereiche angenehmen Lichtfarbe wurden Halogenlampen bis heute in vielen Bereichen eingesetzt. Allerdings bringen moderne LEDs mittlerweile schon dieselben positiven Eigenschaften mit und eben auch eine bessere Energieeffizienz.

Vielfalt bei der Halogenlampe: Eine Übersicht gängiger Halogenlampen.

Halogenlampen gibt es in vielen verschiedenen Varianten – hier eine Übersicht gängiger Modelle von Osram.

Dennoch sind die Halogenleuchten nach wie vor sehr beliebt und werden vor allem gerne in jenen Bereichen, in denen sie ihre volle Leistung ausspielen können, eingesetzt: etwa rund um das Kochen und Essen oder auch über dem Badezimmerspiegel. Auch in Flurbereichen kommen sie nach wie vor zum Einsatz, da sie beim Einschalten sofort volle Lichtleistung bringen. Wenn sich gerade jemand im Flur aufhält und das Licht benötigt, fällt die schlechtere Energieeffizienz und vergleichsweise kurze Lebensdauer auch nicht so ins Gewicht. Als großflächige und dimmbare Grundbeleuchtung sind die Stromfresser allerdings wirklich zu vermeiden.

Gute Lichtstimmung: Kombination aus vielen Lichtern

Lichtgestaltung ist besonders effizient durch verschiedene Leuchtsysteme. Weniger helles oder indirektes Licht schafft eine schöne Atmosphäre in großen Wohnräumen. Diese können etwa durch energiesparende LEDs, die es bereits auch in verschiedenen Lichtfarben von warm bis kalt gibt, beleuchtet werden. Halogenlampen könnten dort verwendet werden, wo helles Licht benötigt wird, weil etwa eine Tätigkeit wie das Kochen oder die Gesichtspflege im Vordergrund stehen. Auch um auf Stufen und Kanten aufmerksam zu machen, ist der Einsatz von Halogenlicht sinnvoll.

Hinweis zum Dimmen der Halogenlampen

Das Dimmen der Halogenlampe ist nicht zu empfehlen! Denn durch das Dimmen werden die Temperatur und der Druck in der Halogenlampe vermindert, was wiederum eine geringere Haltbarkeit mit sich bringt. Die Lampen strahlen durch den Dauerdunkelmodus immer weniger Licht ab und gehen schließlich kaputt. Ein besonderer Nachteil: Halogenlampen lassen sich nur dann dimmen, wenn ein spezieller Trafo verwendet wird. Dieser zieht, wenn er nicht vollständig vom Stromnetz getrennt wird, immer Stand-by-Strom!

Das eLIFE-Fazit: Auch wenn die Halogenlampen nach wie vor zum Einsatz kommen, sollten sie aufgrund ihres hohen Energieverbrauchs nur dort eingesetzt werden, wo sie wirklich ihre Vorteile wie etwa helles, angenehmes und schnelles Licht voll ausspielen können. Sie sind auf Dauer keine wirkliche Alternative. Als Basisbeleuchtung eignen sich Kompaktleuchtstofflampen und LED-Leuchten besser, die den Halogenlampen in puncto Energieeffizienz und Lebensdauer haushoch überlegen sind.