Gaspreis: So setzt er sich zusammen

Wie genau setzt sich der Gaspreis zusammen? eLIFE erklärt die Details.Wie genau setzt sich der Gaspreis zusammen? eLIFE erklärt die Details.

Gas ist eine kostengünstige Energiequelle, so viel steht fest. Dennoch hat natürlich auch das Heizen und Kochen mit Gas einen Preis. Eine interessante Frage, die sich den meisten im Zusammenhang mit der Gasabrechnung stellt, lautet: Wie genau setzt sich eigentlich der Gaspreis zusammen?

Zum einen lässt sich – ebenso wie beim Strompreis – zwischen Grundpreis und Verbrauchspreis unterscheiden:

  • Der Grundpreis ist verbrauchsunabhängig. Er beinhaltet zum Beispiel die Kosten für die Gasrechnungslegung und den Zahlungsverkehr, sowie auch die an Dritte zu zahlenden Kosten für den Messstellenbetrieb, die Messung und die Abrechnung der Netznutzung.
  • Der Verbrauchspreis wird individuell berechnet. Es ist der Preis für die wirklich verbrauchte Energie. Der Verbrauchspreis von Gas wird genau wie Strom in Cent je Kilowattstunde angegeben und steht am Ende eines Jahres auf der Rechnung in kWh.

Der Gaspreis im Detail

Für alle, die es noch genauer wissen möchten, haben wir hier eine detaillierte Erklärung. Der Gaspreis setzt sich aus drei Punkten zusammen:

1. Der Preis für die Beschaffung sowie den Vertrieb des Gases

Der Preis für die Beschaffung und den Vertrieb des Gases entsteht im Wettbewerb. Er kann daher unterschiedlich hoch sein, liegt aber etwa bei 50 Prozent des Gesamtpreises.

Die Vertriebskosten decken den Verwaltungsaufwand des Versorgers für die Erstellung von Abrechnungen, die Beratung und den Vertrieb ab. Einschließlich Gewinnmarge beträgt der Anteil am Gaspreis meist etwa vier Prozent.

Wichtig zu wissen: Diesen Preis kann der Gaslieferant zum Teil beeinflussen. Die Entgelte für die Netznutzung und die staatlich veranlassten Preisbestandteile kann der Lieferant dagegen nicht beeinflussen.

So setzt sich der Gaspreis zusammen.

So setzt sich der Gaspreis zusammen.

2. Das Entgelt für die Netznutzung

Mit den Netzkosten sind jene Kosten gemeint, die der Transport des Gases verursacht. Im Gaspreis schlagen diese sich mit etwa vier Prozent nieder.

Zudem fallen Betriebs- und Instandhaltungskosten an sowie Aufwendungen, die mit den Zählern in Zusammenhang stehen. Dafür werden Netznutzungskosten verrechnet, die zwar von der Landesregulierungsbehörde sowie der Bundesnetzagentur reguliert werden, aber dennoch rund 23 Prozent des Gaspreises ausmachen.

3. Staatlich veranlasste Preisbestandteile

Für die Verwendung des fossilen Energieträgers sind in Deutschland rund acht Prozent Erdgassteuer zu entrichten. Hinzu kommt noch die Mehrwertsteuer in Höhe von 16 Prozent.

Weitere Preisbestandteile sind Konzessions- und Förderabgaben. Diese werden an die Gemeinden für die Nutzung des Gebietes (etwa für die Anbringung von Gasleitungen) entrichtet. Da die Erdgasversorgung auch auf den letzten Kilometern bis zum Endverbraucher sichergestellt sein muss, kümmern sich die örtlichen Stadtwerke um die innerstädtische Verteilung. Die Netzgebühren der Stadtwerke machen noch einmal 18 Prozent des Gaspreises aus.

Das eLIFE-Fazit: Staatlich verursachte Kosten machen einen großen Teil des Gaspreises aus. Auf diese haben Erdgasanbieter keinen Einfluss.