Gasetagenheizung: Funktions­weise und Vor­teile

Gasetagenheizung: Eine Gas-Kombitherme sorgt doppelt für Wärme – für die Heizung und die WarmwasserbereitungDie Gas-Kombitherme ist neben der Heizung auch für die Warmwasserbereitung zuständig.

Die Gasetagenheizung: Sie läuft das ganze Jahr hindurch, mit ihr lässt sich die Temperatur exakt einstellen und in ihrer Nähe kann oft auch gleich ein Gasherd angeschlossen werden, der die Herzen passionierter Hobbyköche höher schlagen lässt. Trotzdem sind sich viele Wohnungssuchende unsicher, wo die Vor- und Nachteile liegen und wie die Kosten einzuschätzen sind. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Wie funktioniert eine Gasetagenheizung?

Ob Eigentumswohnung oder die einzelnen Wohneinheiten im Mietshaus: Diese werden von einem Gerät beheizt, das oft in Küche oder Bad aufgehängt wird. Dabei handelt es sich meist um eine Kombi-Therme, die zum einen heizt, zum anderen für Warmwasser sorgt. Wie sie das bewerkstelligt? Im Durchlaufprinzip: Das Gas wird verbrannt und die Energie genutzt, um das Heizungswasser zur erwärmen. Eine Umwälzpumpe befördert es durch die Rohrleitungen zu den Heizkörpern. Warmes Wasser wird nach dem gleichen Prinzip bereitet – und zwar mit erster Priorität: So können Sie immer sichergehen, dass Sie nicht bibbernd unter der Dusche stehen.

Welche Modelle sind am effizientesten?

Es gibt zwei gängige Technologien für Gas-Kombithermen. Bei der so genannten Niedertemperaturtechnik lässt sich aus dem Erdgas bis zu 93 Prozent Energie gewinnen. Effizienter ist die Brennwerttechnik. Diese nutzt den Umstand, dass bei der Gasverbrennung Wasserdampf entsteht. Die Therme kühlt den Dampf herunter und setzt so Kondensationswärme frei – diese wird zusätzlich zum Heizen eingesetzt. Auf diese Weise lässt sich sogar ein Wirkungsgrad von 110 Prozent erreichen. Die Brennwerttechnik ist übrigens auch besonders umweltfreundlich.

Funktionsweisen von Niedertemperatur- und Brennwertkessel

Gasetagenheizung: Der Aufbau und die Funktionsweise eines Niedertemperaturkessels auf einen Blick

Aufbau und Funktionsweise eines Niedertemperaturkessels

Der Niedertemperaturkessel ist eine Weiterentwicklung früherer Standardkessel. Er regelt automatisch die Vorlauftemperatur in Abhängigkeit zur Außentemperatur. Das vermeidet unnötige Abgas- und Wärmeverluste.

Gasetagenheizung: Der Aufbau und die Funktionsweise eines Brennwertkessels auf einen Blick

Aufbau und Funktionsweise eines Brennwertkessels

Bei der Brennwerttechnik wird zusätzlich Wasserdampf heruntergekühlt, der beim Verbrennungsprozess entsteht. So wird erneut Wärme frei, die zum Heizen genutzt werden kann.

Wie regelt man die Temperatur?

Vorlaufzeit

Das ist die Temperatur, mit der das heiße Wasser dem System zugeführt wird. Umso geringer sie ist, umso mehr Energiekosten können Sie sparen. Allerdings darf sie nicht zu niedrig sein, da sonst die gewünschte Heiztemperatur nicht erreicht wird. Abhängig ist die benötigte Vorlaufzeit von der Umgebungstemperatur: Im Winter muss also meist eine höhere Stufe eingestellt werden als im Frühling. Die Vorlaufzeit wird an der Therme eingestellt.

Raumthermostat

Der Raumthermostat befindet sich meist im wärmsten Raum der Wohnung, zum Beispiel im Wohnzimmer. Dort misst er die Wärme und kann Ihren Bedürfnissen entsprechend auf eine Temperatur eingestellt werden. Drehen Sie daher die Heizkörperthermostate in diesem Zimmer voll auf. In den anderen Räumen können Sie mit den Thermostatventilen kälter regeln. In vielen Fällen ist im Raumthermostat ein Zeitsteuerungsprogramm integriert. Damit lässt sich zum Beispiel zwischen 22 Uhr und 7 Uhr Ihre Wohlfühl-Schlaftemperatur einstellen. Wenn Sie das Haus verlassen, dürfen Sie die Temperatur ruhig um fünf Grad herunterstellen.

 

Wie hoch sind die Kosten einer Gasetagenheizung?

Die Kosten einer Gasetagenheizung sind von vielen Faktoren abhängig:

  • Gaspreis
  • Wie und wo das Gas genutzt wird: zum Heizen, für Warmwasser
  • Anzahl der Bewohner
  • Dämmung des Gebäudes
  • Kälteempfinden der Bewohner: Frostbeule oder Eisbader?
  • Außentemperaturen: sibirische Winterkälte oder milde Tage?

Daher ist ein durchschnittlicher Gasverbrauch schwer zu benennen und nur eine grobe Orientierung möglich.

Für eine kleine 30-Quadratmeter-Wohnung
sind etwa 4.000 Kilowattstunden zu veranschlagen,
für eine 100-Quadratmeter-Wohnung etwa 14.000 Kilowattstunden.

Anbieter geben den Gasverbrauch in der Regel in Kubikmetern (m3) an. Er lässt sich aber ganz einfach in Kilowattstunden umrechnen. Dazu den Gasverbrauch in Kubikmetern mit dem Brennwert und der Zustandszahl (z-Zahl) multiplizieren.

Die Top 7 Vorteile einer Gasetagenheizung

  1. Individuelle Steuerung
  2. Genaue Temperaturregelung
  3. Bequeme Nutzung außerhalb der Heizperiode
  4. Geräte mit Brennwerttechnik sind effizienter als zum Beispiel Fernwärme
  5. Umweltfreundlicher als vergleichsweise heizen mit Öl
  6. Abrechnung direkt mit dem Energieanbieter
  7. Zum Energieanbieter des Vertrauens wechseln