Die 11 größten Irrtümer bei der Müll­trennung

Garantiert kein Irrtum: Mülltrennung ist Voraussetzung für eine reibungslose WeiterverarbeitungIrrtum ausgeschlossen: Müll gehört getrennt für eine reibungslose Weiterverarbeitung.

Räumen wir gleich mit einem Vorurteil über Mülltrennung auf: „Was bringt es den Müll zu trennen? Wird doch sowieso alles wieder von den Entsorgern zusammengekippt, damit diese ihre Müllverbrennungsanlagen befeuern können.“

Stimmt natürlich nicht, denn in Deutschland gilt das Kreislaufwirtschaftsgesetz: Abfälle sind zu vermeiden, wenn das nicht geht, zu verwerten.

Müll ist für eine Wiederverwendung vorzubereiten, zu recyceln oder zur Energieerzeugung zu nutzen. Deswegen wird zuallererst versucht, Müll zu trennen. Und das fängt eben beim Verbraucher an und setzt sich bei den Sortieranlagen fort. Zu Letzteren gibt es die verbreitete Meinung, dass solche Anlagen inzwischen so perfekt sind, dass man Müll nicht mehr trennen muss. Das stimmt leider noch nicht, die Vorsortierung im Haushalt ist immer noch unerlässlich, sonst klappt es nicht mit dem Recycling. Wie man’s richtig macht, darüber gehen die Meinungen oft weit auseinander.

Die 11 größten Irrtümer bei der Mülltrennung

Irrtum 1: Toner und Druckerpatronen gehören in den Restmüll

Rund 60 Millionen Druckerpatronen und Toner gehen in Deutschland pro Jahr über den Ladentisch, die meisten landen irgendwann im Hausmüll. Leider. Denn eigentlich können diese sehr gut recycelt werden. Diese können in Wertstoffhöfen abgegeben werden und auch die meisten Hersteller nehmen sie zurück. Ebenso gibt es Drittfirmen, die das Porto zahlen, oder Unternehmen wie geldfuermuell, die sogar einen kleinen Ankaufspreis zahlen. Auch in Filialen der Deutschen Post können sie abgegeben werden.

Irrtum 2: Batterien im Restmüll werden in der Müllverbrennungsanlage mit Magneten herausgefischt

Werden sie nicht. Die Batterien werden einfach mitverbrannt. Gut, dass die Gesetzesvorgaben für die Rauchgasreinigung von Verbrennungsanlagen strenger sind als bei Industrieanlagen. So entweichen keine giftigen Abgase. Zurückbleibende Schadstoffe werden als Sonderabfall entsorgt.

Irrtum 3: Es spielt keine Rolle, in welchen Glascontainer man das Glas schmeißt. Bei der Müllabfuhr wird sowieso alles vermischt

Im Gegenteil, es wird sauber getrennt. Die Müllfahrzeuge sind, von außen nicht erkennbar, mit Kammern für die verschiedenen Glassorten ausgerüstet. Und da landen diese auch zuverlässig. Somit kommt das Glas sortenrein zum Recycling.

Irrtum 4: Eierkartons aus Pappe gehören nicht ins Altpapier

Gehören sie doch. Eierkartons aus Pappe sind Verkaufsverpackungen und prinzipiell ein Fall fürs Altpapier. Ist die Schachtel jedoch verschmutzt, dann ab damit in den Restmüll.

Irrtum 5: Es ist egal, in welchen Glascontainer man das Glas wirft. In der Recyclinganlage wird das wieder sauber getrennt

In der Tat können automatische Sortieranlagen viele Glasscherben nach Farbe trennen. Sortieren aber die Verbraucher per Hand, sind die Ergebnisse deutlich besser.

Gut zu wissen: Schon eine einzige grüne Flasche kann 500 Kilogramm Weißglas verfärben.

Irrtum 6: Verschlüsse und Deckel von Flaschen oder Gläsern müssen vor der Entsorgung entfernt werden

Einerseits müssen sie nicht: Moderne Sortieranlagen wenden unterschiedliche Sortierverfahren an, um Verschlüsse und Deckel vom Glas zu trennen. Ob Kunststoff, Weißblech oder Kork spielt dabei keine Rolle. Deckel und Verschlüsse können aber auch im gelben Sack oder in der gelben Tonne entsorgt werden. Andererseits müssen sie doch: Laut Umweltbundesamt müssen Verschlüsse extra entsorgt werden über den Verpackungsmüll, also etwa die gelbe Tonne oder den gelben Sack.

Irrtum 7: Nur sauber ausgewaschene Joghurtbecher gehören in den Müll

So blitzblank müssen die Becher nicht sein. Es reicht aus, wenn diese vollständig geleert sind, sozusagen löffelrein.

Irrtum 8: Kunststoff-Verpackungen sollte man ineinanderstapeln, um Platz zu sparen

Schön lose in die Tonne ist am besten. Nur auf diese Weise können die Infrarotsensoren einer Sortieranlage die unterschiedlichen Kunststoffe aussortieren. Das gelingt selbst passionierten Sortierfans kaum, denn die verschiedenen Plastiksorten sind schwer zu unterscheiden.

Irrtum 9: CDs und DVDs gehören in die gelbe Tonne

Diese Datenträger gehören gar nicht in die Mülltonne: Sie bestehen aus einem hochwertigen und verhältnismäßig teuren Kunststoff, der sich mit geringem Aufwand recyceln lässt. Deshalb sollten für die Entsorgung dafür vorgesehene Rücknahmesysteme benutzt werden. So gibt es unter anderem im Handel, beispielsweise in Computerfachgeschäften, spezielle Boxen, in denen sie gesammelt werden. Wichtig: Bei sensiblen Daten die Oberfläche zerkratzen oder zerkleinern.

Irrtum 10: Blaue und rote Glasflaschen werden in den Braunglas-Container geworfen

Bei Ihnen gibt es einen Container für Braunglas? Dann bitte nur braune Flaschen einwerfen. Der Grund: Braunglas wird durch andere Farben unbrauchbar für den Recyclingprozess. Blau und Rot kommt deshalb zum Grünglas – dieses verträgt einen höheren Anteil an Fehlfarben.

Irrtum 11: Essensreste kann man ruhig die Toilette hinunterspülen

Über Essensreste mit festen Bestandteilen freuen sich die Ratten und sie vermehren sich, weil wohlgenährt, noch lieber. Auch Fettablagerungen in den Rohren können zu einem Problem werden.